Der Duft nach Würstchen, Senf und Ketchup liegt in der Luft; vermischt mit dem süsslichen Geruch von Zucker. Hotdogs für Hungrige, Zuckerwatte für Schleckmäuler. Drinks, Wasser und Cola für den Durst.

Der Raum im reformierten Kirchgemeindehaus Lenzburg ist in farbiges Licht getaucht; blaue, gelbe oder weisse Scheinwerfer strahlen an die Decke. Auf den roten Bar-Tischen stehen Schalen mit Chips. Darum herum haben sich Jugendliche gruppiert. In einem überkonfessionellen Gottesdienst «Lenzburg United» (siehe Text rechts) tauschen sie sich aus über die Schule, das Leben, die Welt. Und ihren Glauben an Gott. Ein Mädchen greift gedankenverloren in die Chips-Schüssel. «Was, schon leer?», fragt es erstaunt.

Während die Teenager plaudern, macht sich auf der Bühne die Band bereit. Die Musiker beginnen zu spielen, die im Raum locker verteilten jungen Menschen rücken näher zusammen. Die vorderern Reihen füllen sich. Mit Geige, Piano, Schlagzeug, Gitarre und Gesang wird moderne Musik zur Ehre Gottes gespielt; die Jugendlichen singen mit. Abgestimmt werden die Klänge am Mischpult; junge Männer schieben die Regler vor oder zurück, überall blinken grüne Lichter.

Auch das sei «Lenzburg United», erklärt Jugendpastor Simon Rohr. «Ein Ort, den junge Menschen mitgestalten können. Ein Ort, wo sie ihre Talente und Gaben einsetzen, entdecken und entwickeln können. Sei es im Bereich der Technik, an der Bar, auf der Bühne oder beim Gestalten von Flyern.»

Eine Herausforderung

Moderatoren führen durch das Programm: Andreas Bachmann-Roth und Larissa Ratti. Das Thema des Abends «Zusammen Verbunden» illustrieren sie an einem Beispiel mit einem A-förmigen hölzernen Gestell. Mit diesem muss nun Sozialdiakon Markus Zogg durch den Raum laufen. «Der Sozialdiakon weiss noch nichts von seinem Glück …», verrät Bachmann. Natürlich kommt Zogg nicht weit, er verliert das Gleichgewicht und fällt dabei fast sprichwörtlich auf die Nase. Erst als der Moderator drei Helfer an Zoggs Seite stellt, geht es besser. Hilfreich sind auch Tipps aus dem Publikum: «Probier mal, wie auf Stelzen zu laufen.»

Bibel-App

Anschliessend gehört die Bühne Pastor Simon Rohr von der Chrischona-Gemeinde. Er macht mit den Teilnehmenden einen Ausflug in die Welt der Wissenschaft: «Wisst ihr, was euren Köper zusammen- hält?», fragt er das Publikum. Die Antwort gibt er gleich selber: «Ob ihr glaubt oder nicht: Es ist ein Protein mit dem Namen Laminin.» Dieses setzt er wegen seiner Form – es sieht aus wie ein Kreuz ¬– in Bezug zum Bibelvers in Kolosser 1,17: «Und er (Jesus) hält die ganze Schöpfung zusammen.»

Eine Bibel haben die meisten Jugendlichen nicht dabei. Wohl aber ein Bibel-App auf dem Handy. Im Saal beginnen viele Mobil-Displays zu leuchten. «Jesus ist unser Laminin», folgert Rohr, «er ist es, der uns als ‹Lenzburg United› zusammen hält.» Auch die Botschaft, dass man zusammen besser zum Ziel komme, haben die Jugendlichen offenbar verstanden. Pastor Rohr fragt: «Bist du ein Teil von ‹Lenzburg United›?» Die Antwort des Publikums kommt ohne Zögern: «Ja!» Jetzt dreht der Pastor die Frage um: «Wer ist ‹Lenzburg United›?» Und die Teenager rufen: «Wir!»