Radweg Seengen-Egliswil
Im Gesamtkontext völlig unnötig

Fritz Thut über die millionenschwere Verbreiterung des Velowegs zwischen Seengen und Egliswil.

Fritz Thut
Fritz Thut
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Strasse Egliswil Seengen

Strasse Egliswil Seengen

Zu dritt fahren die Egliswiler Schüler mit ihren Velos nebeneinander. Fast täglich kann man dieses Kunststück auf dem Radweg nach Seengen beobachten. Kommt ausnahmsweise ein Velofahrer entgegen, löst sich die Formation wie selbstverständlich auf. Zu Kollisionen oder andern Unfällen kommt es äusserst selten – meist nur, wenn ein «Gümmeler» den Blick zu verbissen und zu lang auf den Asphalt richtet.

Die wenigen Zwischenfälle auf diesem gut einen Kilometer langen Teilstück wären auch auf einem breiteren Radweg passiert. Wenn das Argument «Verbesserung der Sicherheit» nicht zieht, gilt dies erst recht für die Anpassung an irgendwelche kantonale Vorgaben von Mindestbreite und -abstand. Die Gefahr, dass Richtlinien hier als Beschäftigungstherapie-Rechtfertigung für kantonale Planer missbraucht werden, scheint gross. Ein echtes Bedürfnis für eine Verbreiterung des Radweges zwischen Seengen und Egliswil besteht nicht.

Gerade in Zeiten des verdichteten Bauens ist die zusätzliche Verschwendung von gutem Kulturland völlig deplatziert. Unsere Ahnen waren da wesentlich sensibler und haben vor gut 30 Jahren eine Redimensionierung des ursprünglich geplanten Radwegs durchgesetzt.

Ein anderer grundsätzlicher Kontext beschäftigt Otto Normalsteuerzahler noch mehr: Wieso wirft der Kanton hier Geld aus dem Fenster, während sonst überall nach Sparmöglichkeiten gesucht wird. Offensichtlich sind die Departementskässeli falsch gefüllt. Für effektive Verkehrsflussverbesserungen sollen genügend Mittel bereitstehen, aber die Millionen für schwach frequentierte Wildtierdurchlasse und unnötige Radwegverbreiterungen könnten anderswo besser eingesetzt werden. Die Egliswiler Schüler hätten sicher lieber weiter hochwertigen Unterricht statt einen überdimensionierten, dafür normgerechten Radweg.