Holderbank

Im Effingerhort gibt es für alle eine sinnvolle Beschäftigung

Am Tag der offenen Tür des Effingerhorts in Holderbank wurden dessen vielfältige Aufgaben vorgestellt. Der Hort gehört zur Effinger Stiftung, die vor über 100 Jahren durch Julie von Effinger gegründet wurde, um alkoholabhängigen Menschen zu helfen.

Zwei Männer waschen im Landwirtschaftsbetrieb Eier, in der Lingerie wird gebügelt, im Webrahmen sind Stoffstreifen aufgespannt, daneben liegen fertige Topflappen. Im Effingerhort wird viel und vielfältig gearbeitet, davon konnten sich die Besucherinnen und Besucher des Tags der offenen Tür am Samstag überzeugen.

Der Effingerhort gehört zur Effinger Stiftung, die vor über 100 Jahren durch Julie von Effinger gegründet wurde, um alkoholabhängigen Menschen zu helfen. Zu diesem Zweck vermachte die Gründerin der Stiftung 1911 den Kernenberghof, der als Effingerhort über die Jahre hinweg sukzessive um- und ausgebaut wurde.

Neubau mit 24 Zimmern

Im letzten Sommer konnte der Erweiterungsbau des Wohntraktes mit insgesamt 24 Zimmern bezogen werden. 16 davon gehören zum Wohnheim, acht zum Rehahaus. Insgesamt verfügt der Effingerhort nun über je 30 Zimmer für beide Einrichtungen. Am Samstag durften die Besucher einzelne Zimmer wie auch die Gemeinschafts- und Therapieräume besichtigen. Die Psychologin Julia Hunold führte eine Besuchergruppe durch die Einrichtung. «Es ist uns wichtig, dass die Klienten viele Dinge miteinander unternehmen, zum Beispiel treffen sich alle zu Mahlzeiten, welche mit den Betreuern eingenommen werden. Im Rehabereich gibt es zudem nur in den Gemeinschaftsräumen Fernseher. So müssen sich die Bewohner absprechen.»

In vier Gewächshäusern, ebenfalls kürzlich erstellt, und einem grossen Pflanzgarten werden unter anderem Setzlinge gezogen, die verkauft werden. Im Atelier gestalten die Klienten florale und textile Dekorationen, im Landwirtschaftsbetrieb werden Tiere betreut und Holzschnitzereien hergestellt. Und in der neuen Einmachküche werden Früchte und Gemüse aus der Gärtnerei verarbeitet.

Landammann Alex Hürzeler, der mit Gattin Ursula die Einrichtung besichtigte, gratulierte der von Effinger Stiftung und der Betreiberin Effingerhort AG zu der Erweiterung. «Die Veränderungen durch den Neubau und der Aufwand haben sich gelohnt, das Gebäude fügt sich harmonisch in die Anlage ein», lobte er und fügte hinzu, dass der Effingerhort für den Kanton eine wichtige Institution sei. «Es ist eindrücklich zu sehen, welch schöne Sachen im Beschäftigungsprogramm hergestellt werden und wie die Mitarbeitenden das Selbstwertgefühl und die Selbstständigkeit der Klienten fördern und ihnen neue Perspektiven geben.»

Mit der Erweiterung ist auch für Heidi Sommer, Leiterin des Effingerhorts, ein grosser Wunsch in Erfüllung gegangen. «Das Wohnheim brauchte unbedingt mehr Plätze, diese sind ein grosses Bedürfnis», erklärte sie. «Und durch den Umbau des Hauses 2 konnten wir mehr gute Arbeitsplätze schaffen, um die Leute sinnvoll und abwechslungsreich zu beschäftigen.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1