Seengen

Im «Bären» hat es weder Réception noch Restaurant – dafür eine Cigarrenlounge

Der altehrwürdige «Bären» hat ein modernes Hotelkonzept erhalten. Bis es jedoch soweit war, hat der «Bären» dem Besitzer Rolf Kasper einiges Kopfzerbrechen bereitet.

Bei der Eröffnungsfeier des sanierten «Hotel und Apartments Bären» präsentierten sich die Gäste in bester Champagnerlaune. Dabei mag man es Besitzer Rolf Kasper fast nicht glauben, wenn er von einer «Leidensgeschichte» spricht, welche der nun in neuem Glanz erstrahlte «Bären» hinter sich hat. Kasper ist sichtlich stolz auf den Zuwachs im mittlerweile 18 Häuser grossen Portefeuille der «AargauHotels.ch». Bis es jedoch soweit war, hat der «Bären» Kasper einiges Kopfzerbrechen bereitet, wie er seinen zahlreichen Gästen am Montagabend verriet.

«Nicht wieder so ein altes Haus», sei seine erste Reaktion gewesen, als das Kaufangebot an ihn herangetragen worden sei. Der zweite Blick und die Situation im Hausinnern habe seine schlimmsten Befürchtungen übertroffen, sagt er. Zudem sei der «Bären» viel zu klein und habe so gar nicht in das Konzept von «AargauHotels.ch» gepasst. «Ein kleines Haus macht doch nur viel Arbeit und erst noch arm, habe ich gedacht», meinte Kasper und schmunzelte. Schliesslich haben «gute Pläne und ein gutes Konzept» den Unternehmer jedoch zu überzeugen vermocht.

Selbst dem zwischenzeitlichen Baustopp, den die Gemeinde Seengen während der Bauphase verhängt hatte, vermag Kasper heute Positives abzugewinnen. «Wir haben viel zu tun gehabt miteinander», sagt er zu den anwesenden Gemeindevertretern und löste mit der Bemerkung unter den Anwesenden allgemeine Heiterkeit aus.

Neues Konzept

Sie heissen «Lindenberg», «Brestenberg», «Hallwyl» oder «Bärengässli». Dank der geografischen Bezeichnungen an den Zimmertüren soll sich der Gast im Hotel rascher zurechtfinden. Der «Bären» wird nämlich nach einem neuen Konzept geführt. Für die 16 Einzel- und Doppelzimmer und 4 Apartments wird auf eine Réception verzichtet. Gebucht wird vornehmlich online, der «Zimmerschlüssel» ist bei der Ankunft hinterlegt. Ebenso sucht man im neuen «Bären» vergebens das Frühstücksbuffet. Wer brunchen möchte, könne das Angebot der umliegenden Restaurants nutzen. «Unser Konzept schafft eine Win-win-Situation mit der Gastronomie im Dorf», sagt Kasper.

Davon ist auch «Eichberg»-Hotelier und Gemeinderat Eli Wengenmeier überzeugt, der im Auftrag der Gemeinde Seengen Glückwünsche überbrachte. Der neue «Bären» sei ein Haus, «das die Gastro-Szene bereichern wird», sagte er. Zufrieden zeigte sich bei der Eröffnung auch Philipp Gloor. Seine Terrial AG hatte das Areal erworben und auf der Bärenmatte zusätzlich ein Mehrfamilienhaus mit 18 Mietwohnungen erstellt. «Es ist ein guter Wurf gelungen», stellte er fest und unterstrich, dass man mit der Schaffung der Arkade «Bärengässli» die Verkehrssituation für Fussgänger und Velofahrer im Dorfzentrum habe entschärfen können.

Genussoase «art cigar»

Im Parterre des Hauses eröffnet Christoph Nyfeler nach Lenzburg und Aarau sein drittes «art cigar»-Lokal. Am kommenden Wochenende geht es los. Wein, Whisky und Prosecco sind im Angebot, aber auch Kaffee und Süssgetränke. «Hier dreht sich alles um Genuss», erklärte Nyfeler. 40 Plätze bietet das Lokal, ergänzt mit einer Bar. Humidor und Raucher-Lounge sind zentraler Bestandteil von Nyfelers Genussoasen. In Seengen sind sie durch eine Glasfront vom übrigen Betrieb getrennt. Bei wärmeren Temperaturen finden auf der Terrasse weitere 40 Gäste Platz.

Im «art cigar»-Konzept nicht fehlen darf ein grosser gemütlicher Holztisch für angeregte Diskussionen. Dieser steht auch hier prominent im Raum. Nach langem Suchen habe er den Eichentisch von 1860 gefunden, freut sich Nyfeler. Die Eröffnung am Wochenende wird mit Whisky- und Gin-Degustationen begleitet. Im «art-cigar»-Jargon heissen sie «Tastings». Events dieser Art will Christoph Nyfeler auch später regelmässig durchführen.

Die Aargauer Gastro-Karte:

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