Lenzburg
Illegale Tänzerinnen in der Albaner-Disco: Die Geschäftsführerin schweigt

Nach zwei Notrufen traf die Kantonspolizei in der Lenzburger Disco «Puls» sieben Tänzerinnen und zwei Musiker aus Albanien an, die dort ohne Bewilligung arbeiteten. Die Kapo schliesst Prostitution aus. Die Disco kann weiter betrieben werden

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Irina Mišarina hat die «Disko Puls» erst vor kurzem übernommen. Sie will ihre Vision von einem multikulti Club zu verwirklichen.

Irina Mišarina hat die «Disko Puls» erst vor kurzem übernommen. Sie will ihre Vision von einem multikulti Club zu verwirklichen.

Annika Bütschi

Nach zwei Notrufen kontrollierte die Polizei am letzten Sonntag einen Club in einem Industriequartier im Westen der Stadt. Dabei stiess sie auf mehrere albanische Staatsangehörige, die illegal im Betrieb arbeiteten (die az berichtete).

Wie die Kantonspolizei in ihrer Medienmitteilung schreibt, wird das Lokal an der Industriestrasse «vorwiegend von Personen aus dem Balkan besucht». Polizei-Sprecher Bernhard Graser bestätigte gegenüber der az, dass es sich dabei um die Disco Puls handelt (az vom 7. Februar). Die damals porträtierte Geschäftsführerin wollte zu den jüngsten Vorfällen keine Stellung beziehen.

Gemäss Polizeisprecher Graser handelt es sich um keine schweren Delikte. Prostitution wird dabei ausgeschlossen. Der Disco-Betrieb muss nicht eingestellt werden.

Geschäftsführerin Irina Mišarina (sprich: Mischarina) hatte Anfang Februar gegenüber der az ausgeführt, dass sie die Albaner-«Disco Puls» neu positionieren wolle. Mit Latino-Rhythmen wolle sie das Tanzparkett füllen und neue Leute mittleren Alters anlocken: «Das Wochenende gehört aber weiter unseren Stammkunden.»

Nach den beiden Notrufen am Sonntag hatte die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl der Staatsanwaltschaft das Lokal überprüft. Die Ermittlungen zeigten, dass die angetroffenen Albanerinnen mehrheitlich als Tänzerinnen im Lokal arbeiteten und Gäste zum Alkoholkonsum animieren sollten. Deren sieben hatten dazu keine Bewilligung und weilten somit rechtswidrig in der Schweiz. Gleiches traf für zwei Albaner zu, welche als Musiker im Einsatz waren.

Die Kantonspolizei verzeigte die betroffenen Personen an die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau. Sie werden aus der Schweiz weggewiesen und mit Einreisesperre belegt. Wegen der rechtswidrigen Beschäftigung wurden auch der Betreiber sowie die Wirtin des Clubs verzeigt. Nebst der 44-jährigen Lettin Mišarina ist das ein Kosovare, beide haben Wohnsitz in der Schweiz.

Für die Ermittlungen waren vier beteiligte Personen vorübergehend festgenommen worden. Die Hintergründe der Notrufe konnte die Kantonspolizei nicht klären. So waren weder bewusstlose noch verletzte Personen im Lokal anzutreffen. Die vorsorglich aufgebotene Ambulanz konnte daher unverrichteter Dinge wieder abrücken. (str/az)