Birrwil
Idylle am Häfni-Weiher

Wer den Weg zum Häfni-Weiher hoch über dem Hallwilersee nicht scheut, wird in vielerlei Hinsichtbelohnt.

Hedy Hofmann und Ruth Steiner
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Der Häfli-Weiher.

Der Häfli-Weiher.

Der Häfni-Weiher und die Bächlein, welche ihm zufliessen, ziehen nicht nur Erholungssuchende aus der Region an. Auch für die NZZ am Sonntag ist er ein Besuch Wert. In einer kürzlich publizierten Wanderkolumne schwärmt der Redaktor vom «Erwachen des Frühlings», das man auf der Wanderung vom Wynen- ins Seetal (oder umgekehrt) erlebt.

Zum Häfni-Weiher führen verschiedene Wege. Einer geht dem Waldrand entlang und über ein Bord hinunter. Am Waldsaum spriesst und grünt es derzeit. Bärlauch- und Aronstab-Flecken laden zum Sammeln ein. Veilchen, Schlüsselblumen, Guggersternchen und Katzenäugli strecken ihre Köpfchen aus dem vermoderten Laub dem Frühling entgegen. Im Ohr immer das Rauschen des grössten Baches, der zusammen mit anderen Bächlein den Häfni-Weiher speist. Und dann auf einer kleinen Hochebene kommt die Ruhe-Oase ins Blickfeld.

Eschen, Tannen mit rankendem Efeu, Haselbüsche, Brombeer- und Himbeersträucher sowie Nielen mit der Pracht längst verdorrter Blüten säumen das Ufer. Flechtenbewachsene Erlen stehen nahe am Wasser. Vögel schaukeln auf ihren Ästen und ein Specht hämmert in die Stille hinein. Baumstämme spiegeln sich im Weiher. Eine Stockente schnappt an Tellerschwämmen auf bemoostem Totholz. Fische und Krebse zeigen sich an der Wasseroberfläche. Hier finden sich ideale Laichplätze für Amphibien wie den Grasfrosch und den Bergmolch. Nur schade, dass es beim Häfni-Weiher keine Bank gibt. Übrigens, wer direkt zum Weiher möchte, kann den Feld- und Fussweg ab Dorfteil Klöpfi benutzen.

Bei der Rückkehr bergauf freut man sich über den bequemen Waldweg am Ende des Weihers. Aber weit gefehlt, der hört bald wieder auf. Doch etwas weiter oben zeigt sich Erstaunliches. Zuerst erblickt man nur ein Fuchsloch, dann noch eins und noch eins und es wird klar: Hier befindet sich eine richtige dauerhafte Fuchsbau-Siedlung aus verfestigtem Lehm. Leider zeigt sich nirgends eine Fuchsschnauze.

Das Kraftwerk mit dem künstlich angelegten Häfni-Weiher, der Druckleitung und dem kleinen Turbinenhaus im Schwaderhof, direkt am Seeufer, geht zurück auf das Jahr 1878, als mechanische Webstühle in der Region aufkamen. Neben der Spinnerei entstand ein neues Fabrikgebäude, die Weberei an der Hauptstrasse. Vorerst wurde die Energie in Form von mechanischer Übertragung gewonnen. Die Transmissionsriemen liefen über Räder an zwei Stahlständern vom Turbinenhaus zur Fabrik. Die Elektrifizierung fällt wahrscheinlich ins Jahr 1898, als die Hochspannungsleitung im Seetal gebaut wurde. Die Fallhöhe vom Häfni-Weiher bis zur Turbine beträgt etwa 130 Meter. Die Energieproduktion des revidierten Kleinwasserkraftwerks liegt durchschnittlich zwischen 60 000 und 70 000 kWh pro Jahr. Der erzeugte Naturstrom wird heute vollumfänglich ins Netz eingespeist. In Birrwil existiert somit das einzige Druckleitungs-Kraftwerk im Aargau.

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