Leutwil
«Ich wollte nie einfach nur Geld verdienen, die Arbeit muss Sinn machen»

Früher stand Mani Sokoll als Moderatorin im Rampenlicht – jetzt öffnet sie ihr Haus Menschen zum kurzzeitigen Rückzug aus dem stressigen Alltag.

Karin Pfister
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Mani Sokoll hat das Zimmer für ihre Gäste heimelig eingerichtet. Karin Pfister

Mani Sokoll hat das Zimmer für ihre Gäste heimelig eingerichtet. Karin Pfister

Wer nach «Mokatani» will, fährt weit den Hügel hinauf. Dort, zuoberst, gleich am Waldrand steht Mani Sokolls Gästehaus, das im letzten Sommer eröffnet wurde. Mani Sokoll hat ein Auge fürs Detail. Ihr Wohnhaus ist liebevoll und mit Stil eingerichtet. Blickfang sind die grossen Mosaike am Cheminée oder am Couchtisch. Sokoll hat sie selber gefertigt, wie sie überhaupt vieles selber gemacht hat im Haus, das sie seit rund zwei Jahren bewohnt. Obwohl sie die Stille zuoberst in Leutwil mag, hat Mani Sokoll gerne Menschen um sich herum. «Ich geniesse es, Gäste zu haben.»

Jedem sein Auszeit-Package

Wer seine Seele baumeln lassen, Kraft und Erholung tanken will, ist im «Mokatani» willkommen. Ein Raum im Untergeschoss des Hauses ist für Gäste reserviert. Man kommt alleine oder zu zweit. Zu «Mokatani» gehört auch der Rest des Hauses. Man kann sich aufhalten, wo man will, im Wohnzimmer, auf der Terrasse, im Wintergarten oder an der Bar gleich neben der Küche, wo Mani Sokoll ihre Besucher bekocht. Wie viel Nähe der Gast zu seiner Gastgeberin braucht oder haben möchte, kann jeder für sich entscheiden.

«Mokatani» ist mehr als ein Ort, wo man übernachtet. Mani Sokoll bietet verschiedene Packages an, zum Beispiel «Das-Beste-Freundinnen-Package» oder das «Kreativ-»-Package. Letzteres beinhaltet beispielsweise die Produktion einer Heilsalbe, die Anleitung beim Herstellen eines Mosaiks oder der Blick in die Sterne durch das eigene Horoskop.

In vielen Metiers erfahren

Mani Sokoll hat nicht nur ein Auge fürs Detail, sondern auch den Blick fürs Wesentliche. Sie interessiert sich für Menschen und besitzt das nötige Fingerspitzengefühl im Umgang mit andern. Seit 20 Jahren ist sie im Kommunikationsbereich tätig, sie war Eventmanagerin, Fernseh- und Radio-Moderatorin. Ausserdem war sie kurze Zeit Mitglied des Gemeinderats von Leutwil, wo sie für das Ressort Kultur und Soziales verantwortlich war, bevor sie, aus persönlichen Gründen, wie sie sagt, wieder zurücktrat.

Angefangen hat Sokoll ihre Berufskarriere mit einem Jura-Studium. «Doch mir gefiel das nicht. Ich wollte mich nicht für eine Seite entscheiden, wie es ein Anwalt tun muss, ich wollte für beide Seiten da sein.» So war sie eine der ersten in der Schweiz, die eine Mediationsausbildung absolvierte. Mani Sokolls professionelle Ausbildung kommt auch ihren Gästen zu Gute: «Ich mache auch Coaching. Wer sich gerade in einer schwierigen Lebenssituation befindet und neben der Entspannung den Austausch mit einer Fachperson braucht, ist bei mir richtig.» Diese Menschen in einem persönlichen Gespräch zu begleiten, hat in der reichen «Mokatani»-Package-Palette einen eigenen Namen und nennt sich: «Zwiegespräch-Package».

Fragt man Mani Sokoll nach dem roten Faden, der sich durch ihre über 20 Jahre dauernde Selbstständigkeit zieht, so fasst sie diesen wie folgt zusammen: «Ich wollte nie einfach nur Geld verdienen, für mich muss eine Tätigkeit Sinn machen.»

So kam das Haus zum Namen

Neugierig macht auch die Bezeichnung von Sokolls Gästehaus: Mokatani. Gefühlsmässig könnte er indianischen Ursprungs sein. Doch weit gefehlt. «Ich habe den Namen meiner leider verstorbenen Lieblingskatze Kato und meinen Namen Mani genommen und solange Buchstabenkombinationen probiert, bis ein schönes Wort daraus entstand», lüftet Mani Sokoll das Geheimnis, das eigentlich gar keines ist.