Nachgefragt
«Ich möchte Menschen im Pensionsalter helfen»

Benny Stutz gibt die Leitung des Gärtnerhaus in Fahrwangen ab. Was sind seine Pläne für die kommende Zeit? Wir haben nachgefragt.

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Benny Stutz: «Psychisch kranke Menschen haben keine Lobby»

Benny Stutz: «Psychisch kranke Menschen haben keine Lobby»

Pascal Meier

Mit welchem Gefühl übergeben Sie die Leitung des Gärtnerhauses?

Benny Stutz: Mit einem sehr guten. Ich bin überzeugt, die Zukunft des Gärtnerhauses ist gesichert und sie ist in meinem Sinne gesichert. Das war mir wichtig.

Wie sehen die nächsten Tage und Wochen für Sie aus?

Ich brauche jetzt eine Regenerationsphase, denn ich bin müde. Die Menschen im Gärtnerhaus halten einen auf Trab. Man weiss nie, was sie als Nächstes machen werden.

Sie wollen sich auch in Zukunft für Menschen mit psychischen Problemen einsetzen. Braucht es im Aargau überhaupt solche Institutionen und Anlaufstellen?

Ja, und es ist wichtig, dass noch viel getan wird in dieser Richtung. Wir dürfen nicht vergessen, psychisch Kranke haben keine Lobby im Gegensatz zu Menschen mit einer geistigen Behinderung. Dies liegt vor allem daran, dass in Bezug auf psychisch Kranke viele Vorurteile bestehen. Sie werden als faul oder gefährlich wahrgenommen. Ich sehe es als meine Aufgabe, dass ich vermehrt lobbyieren und auf Tatsachen und Hintergründe aufmerksam machen kann.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Ich habe vor, mich mit einem oder mehreren Programmen für Menschen im Pensionsalter einzusetzen. Dazu habe ich auch schon Pläne im Kopf, diese sind aber noch nicht spruchreif. Über diese will ich zuerst selbst Klarheit erhalten, um danach ein Konzept zu erarbeiten. Im Kanton gibt es zurzeit nur ein beschränktes Betreuungsangebot für ältere Menschen mit psychischen Krankheiten, dabei nimmt der Bedarf stetig zu. Es geht vor allem um die Frage, wie wir den Leuten helfen können, bei denen mit 65 und mit der Pensionierung ein grosses Loch entsteht oder die durch den Umzug in ein Heim ihren Halt verlieren.

Werden Sie Ihren Wissens- und Erfahrungsschatz weiter vermitteln?

Ich nehme schon heute an Symposien teil. Das ist für mich Freiwilligenarbeit, die ich gerne verrichte. Ich kann mit meinen Erfahrungen viel zum Verständnis von psychischen Krankheiten beitragen. Daneben versuche ich auch, Kontakte in die Politik zu knüpfen.