Der Sportartikelhersteller Mammut steigerte letztes Jahr den Umsatz um 10,9 Prozent auf 253,4 Millionen Franken. Wie es um die Profitabilität steht, wird der Mammut-Besitzer, der Mischkonzern Conzzeta, am nächsten Mittwoch bekannt geben. Fest steht: Die Turnaround-Bestrebungen haben in Seon zu einem Aufbau von Jobs geführt. Es sind jetzt über 350. Keinen Arbeits-, sondern einen Sponsorenvertrag hat eines der wichtigsten Aushängeschilder von Mammut, der Urner Bergführer Daniel «Dani» Arnold (35).

Eisklettern (hier in Kanada) ist eine der grossen Leidenschaften des Urners.

Eisklettern (hier in Kanada) ist eine der grossen Leidenschaften des Urners.

Er ist aktuell einer der besten, wenn nicht sogar der beste Bergsteiger der Schweiz. In seinem Buch «Warum das alles» bezeichnet er sich als Extremalpinist. Keiner hat die Matterhorn-Nordwand und die Grandes-Jorasses-Nordwand (ob Chamonix in Frankreich) schneller durchklettert als er. Und auch an der dritten klassischen Nordwand der Alpen, der Eigernordwand, war er vorübergehend Rekordhalter.

«Ich teste Prototypen»

Arnold kam vor zwei Wochen aus Japan zurück, wo er zum Eisklettern, seiner grossen Leidenschaft, war. Im Moment hat er eine Phase mit vielen Vorträgen. Ohne allerdings das Training zu vernachlässigen. Am Dienstag, vor seiner Multivisionsshow in Seon, war der Profisportler joggen. Er gehe eigentlich nie in eine Kletterhalle, erzählt Arnold. Aber er habe zu Hause «Griffbretter». Für das Krafttraining, ganz speziell der Hände.

Mammut ist neben Victorinox der wichtigste Sponsor von Arnold. «Ich bin ein- bis zweimal pro Monat in Seon», sagt der gelernte Polymechaniker. «Ich helfe aktiv bei der Entwicklung von neuen Produkten und teste auch Prototypen.» Es sei lässig, wenn man die Produkte dann ein paar Jahre später in den Läden sehe.

«Das Wichtigste ist Freude»

Arnold sagt: «Risiko, Angst, Erfolg, Misserfolg – das gehört zu mir.» Aber das Wichtigste sei Freude. «Nicht Spass – das ist Europapark», so Arnold. Am meisten liebt er Expeditionen weit weg von der Zivilisation, bei denen das Abenteuer und die Bewältigung von Schwierigkeiten im Vordergrund stehen. Ferien am Strand? Fehlanzeige. «Wenn wir ans Meer gehen, dann nur zum Klettern», sagt Arnold, der mit Denise, einer Lehrerin, verheiratet ist.

Bei seinen Speedrekorden war der Profibergsteiger stets alleine und ungesichert unterwegs. An den Grandes Jorasses hatte er letztes Jahr nicht einen einzigen Karabiner dabei. Planung ist alles – und die Fähigkeit, sich Stellen und Kletterbewegungen sehr gut zu merken.

Was ist Arnolds nächstes Projekt? Der Mann, der noch nie auf einem Achttausender war, verrät nur so viel: «Im Sommer plane ich eine grosse Expedition ausserhalb von Europa.»