Lenzburg
Hypi und die USA: «Diese Busse belastet das Geschäftsergebnis nicht»

Die Hypothekarbank Lenzburg hat sich als Bank Nummer 32 mit den USA in Verhandlungen zur Bereinigung der Vergangenheit rund um die Betreuung von amerikanischen Kunden geeinigt. Die «Hypi» bezahlt eine Busse von 560 000 Dollar.

Fritz Thut
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Marianne Wildi

Marianne Wildi

Patrick Züst

Marianne Wildi, wie gross ist Ihre Erleichterung über das Abkommen?

Marianne Wildi: Es ist das Gefühl eines «erfolgreichen Projektabschlusses», wir haben ein anspruchsvolles komplexes Projekt in der vorgegebenen Zeit und den verfügbaren Ressourcen professionell abgewickelt.

Wie muss man sich den Abschluss eines Abkommens rein praktisch vorstellen? Wo haben Sie die Vereinbarung unterschrieben?

Ganz langweilig und unaufgeregt (lacht). Die Dokumente wurden von unseren Anwälten umfassend vorbereitet und die Unterzeichnung unsererseits hat in den Räumlichkeiten der «Hypi» stattgefunden.

Die Busse erscheint wohl vielen Hypi-Kunden und -Aktionären angesichts der involvierten Vermögen hoch. Wie kam sie zustande? Handelte die Hypi nach dem Motto «Lieber ein Ende mit Schrecken ...»?

Dies mag auf den ersten Blick so scheinen, aber das Gegenteil ist der Fall, insbesondere wenn man die bisher im Rahmen des US-Steuerprogramms ausgesprochenen «Penaltys» zum Vergleich herbeizieht. Diesbezüglich spricht das erzielte Resultat für sich.

Wie gross waren die sekundären Kosten für das Abkommen (US-Anwalt, interne Umtriebe)?

Sie können davon ausgehen, dass unsere Anwälte nicht umsonst gearbeitet haben (schmunzelt). Die internen Umtriebe sind schwierig in Zahlen fassen, da hier nebst der Arbeit noch die emotionale Komponente der Mitarbeitenden mitspielt.

Hat diese Affäre Auswirkungen aufs Geschäftsergebnis 2015 oder gabs für die gesamte Summe Rückstellungen?

Nein, die 2013 gebildeten Rückstellungen sind ausreichend und das aktuelle Geschäftsjahr wird nicht belastet.

Hat der Abschluss der Verfahrens Auswirkungen auf das Geschäftsgebaren in den USA oder im Ausland?

Nein, unser Geschäftsmodell war und ist nicht auf das Ausland ausgerichtet. Wir sind eine in der Region stark verankerte Bank und unsere Kunden haben direkt oder indirekt Bezug zu unserer Region.

Drückt eine solche Busse in der «Hypi» aufs Arbeitsklima?

Nein, die im Rahmen des Programms durchzuführenden Arbeiten haben zu einem noch näheren internen Zusammenrücken der Mitarbeitenden geführt und sind in einem tollen Teamspirit bewältigt worden. Allen Mitarbeitenden gebührt ein grosser Dank.