Lenzburg
«Hypi» im Aufbruch mit Schoggistängeli für die Pendler

Das Herz der Hypi ist in Lenzburg. Und dieses spührt bereits schon den Frühling. Der neue «Hypi»-Vermögensverwalter, Reto Huenerwadel erklärt, wie er neue Kunden gewinnen will.

Ruth Steiner
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Der neue Chef Portfolio-Management, Reto Huenerwadel, auf der Terrasse des «Hypi»-Hauptsitzes in Lenzburg.

Der neue Chef Portfolio-Management, Reto Huenerwadel, auf der Terrasse des «Hypi»-Hauptsitzes in Lenzburg.

Mario Heller

So weit ist die Hypothekarbank Lenzburg bisher noch nicht gegangen, auch wenn CEO Marianne Wildi immer wieder betont: «Wir sind ganz nah bei den Leuten. Unsere Mitarbeiter müssen sich bewegen.»

Doch mit neuen Verantwortlichen an Schlüsselposition ist man bei der «Hypi» offensichtlich in Aufbruchstimmung. Erste Zeichen machen sich schon zum Jahresauftakt deutlich bemerkbar. So hat beispielsweise der neue Leiter des Portfolio-Managements, Reto Huenerwadel, zu bisher ungewöhnlichen Werbemassnahmen gegriffen.

Zusammen mit seiner Mannschaft hat er am vergangenen Mittwoch in aller Herrgottsfrüh, vermummt in dicke Winterjacken und einen wärmenden Schal um den Hals, beim Bahnhof Lenzburg den vorbeihastenden Pendlern höchstpersönlich ein Schoggistängeli in die Hand gedrückt. Und einen Flyer mit den besten Wünschen für ein erfolgreiches Börsenjahr.

Im warmen Zugabteil sitzend, konnte, wer wollte, auf der reich beschrifteten Rückseite des Werbezettels lesen, dass die Vermögensverwalter der «Hypi» bei der Umsetzung der Anlageziele ganz gerne unter die Arme greifen.

Reto Huenerwadel steht erst seit ein paar Monaten im Solde der Regionalbank. Der grossbankengestählte Profi soll das Vermögensverwaltungsgeschäft der «Hypi» aufbauen und in eine neue Generation führen. Dafür sei das Team personell verdoppelt worden, hiess es an der Jahresbilanz-Pressekonferenz am «Hypi»-Hauptsitz am Freitag.

Auch an der Bilanz-Pressekonferenz wehte ein neuer Wind. Zum ersten Mal hat der vor Jahresfrist an der Generalversammlung gewählte Verwaltungspräsident Gerhard Hanhart gemeinsam mit CEO Marianne Wildi den Abschluss präsentiert. Auch er bricht mit bisherigen Traditionen.

Er hat – nicht wie bis anhin – die Medienvertreter zum gemeinsamen Lunch geladen, sondern schon um 8.30 Uhr zu Kaffee und einem Steh-Zmorge mit einer Auswahl von Köstlichkeiten, die man gerne auf dem Frühstücksbuffet sieht. Vornehmlich Produkte aus der Region. Damit gab sich die Bank auch kulinarisch nahe bei ihrem Publikum.

Herz der Hypi ist Lenzburg

Die Regionalbank ist heute nebst dem Hauptsitz in Lenzburg im Kanton mit 12 Filialen und 10 Bancomat-Stellen zugegen. Die Präsenz «zieht sich wie ein Gurt durch den Aargau» hielt Marianne Wildi gestern fest. Dabei wollte sie sich auf keine Schwerpunkt-Region festlegen. Man könne sagen, dass im Umfeld der regionalen Zentren das Geschäft mit den KMU etwas gewichtiger sei, in andern Regionen dominiere mehr das Privatkundengeschäft. Historisch bedingt sei jedoch der Marktanteil in Lenzburg am grössten. «Das Herz ist in Lenzburg.» Wachsen wolle man überall und werde demzufolge auch in die Region investieren, bekräftigte die CEO gestern. In Menziken, wo die «Hypi» derzeit noch in einem Pavillon untergebracht ist, geht die Suche nach einem geeigneten Filialsitz weiter.

«Hypi» digital

Wie die CEO ausführte, will die Regionalbank auch das Online-Terrain weiter besetzen, «ohne das Kostenbewusstsein zu verlieren.» Beispielsweise soll ein neues Tool den «Hypi»-Kunden ermöglichen, künftig Zahlungen direkt ab Smartphone zu tätigen. Dazu arbeite man mit externen Partnern zusammen, hiess es. «Wir wollen flexibel bleiben. Wenn etwas nicht funktioniert oder sich die Vorzeichen ändern, können wir uns den neuen Gegebenheiten rasch wieder anpassen», sagte Wildi.

Unveränderte Dividende

Mit der Schoggistängeli-Aktion zeigt der neue Portfolio-Management-Chef keine Scheu vor neuen Vorgehensweisen. Sind künftig weitere «Guerilla»-Aktionen aus dem «Hypi»-Hauptsitz zu erwarten? Dazu Huenerwadel lakonisch: «Angekündigte ‹Guerilla›-Aktionen sind keine mehr. Doch werden wir immer wieder etwas Neues machen.» Wie das Versprechen eingelöst werden wird, darauf darf man gespannt sein.

Auf der andern Seite betont die Bank auch immer wieder ihr Traditionsbewusstsein. Das dürfte aktuell ganz besonders die «Hypi»-Aktionäre freuen; für sie bleibt alles beim alten. Die Generalversammlung, auch «Hypi»-Fest genannt, findet traditionsgemäss am dritten Samstag im März statt. Auch im wirtschaftlich schwierigeren Umfeld will die Bank eine unveränderte Dividende von 110 Franken pro Aktie ausschütten. Ebenso wenig wird am Festmenü geschraubt. Bereits früher hat Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart verlauten lassen: «Am Aargauer Braten wird nicht gerüttelt.»