Lenzburg
«Hypi»-GV ist Familientreffen

Unternehmerfamilie Germann sagt, weshalb der dritte Samstag im März in ihrem Kalender rot markiert ist.

Ruth Steiner
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GV im Kreise der Familie: Vater Rolf Germann (rechts) mit Sohn Patrick und Schwiegertochter Karin.

GV im Kreise der Familie: Vater Rolf Germann (rechts) mit Sohn Patrick und Schwiegertochter Karin.

Andre Albrecht

Der Start zum Gespräch mit Vater und Sohn Germann missglückt: Kaum steht die erste Frage im Raum, landet der Teller mit dem gemischten Salat auf dem Notizblock der Redaktorin.

Der offizielle Teil der Generalversammlung der Hypothekarbank Lenzburg ist prestiert, man ist beim angenehmen geselligen Teil angelangt. Unternehmerfamilie Germann gehört zu den weit über 1000 Aktionären, die sich im Anschluss an die GV in einer von Lenzburgs Gaststätten beim Aargauer Braten treffen. Für Germanns hat der dritte Samstag im März fast ein wenig rituellen Charakter: Es ist einer der kostbaren Momente im Jahr, in denen Vater Rolf Germann seine Familie für ein paar Stunden um sich schart. An der «‹Hypi»-GV ist dies stets im Festsaal im Restaurant Ochsen. Der ehemalige Patron von Auto Germann Hunzenschwil schmunzelt: «Seit Jahren sitzen wir genau an diesem Platz beim Fenster.» Er hebt sein Glas, prostet Junior und Schwiegertochter Karin zu. Normalerweise ist auch seine Tochter mit von der Partie. Heuer fehlt sie.

Dass die «‹Hypi»-GV so etwas wie eine kleine Familienzusammenkunft geworden ist, hat mit der Beziehung zur Bank zu tun. Seit Jahrzehnten ist die «Hypi» Germanns Hausbank. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Garage in Hunzenschwil mit einem «Hypi»-Kredit gebaut. Seither ist man sich treu. Man habe bisher sämtliche «Angriffe» von Mitbewerbern erfolgreich abgewehrt, sagt der 77-jährige Rolf Germann und lacht. «Wir hören immer wieder, es sei gefährlich nur mit einer Bank zu geschäften.» Germanns scheren sich wenig darum.

Patrick, der das Unternehmen in dritter Generation heute leitet, erinnert sich an sein erstes «Hypi»-Kässeli in Kindertagen. «Du musst sparen, damit du es zu etwas bringst», sei er von den Eltern stets angehalten worden. Als er dann zum ersten Mal «chli Geld vörig» hatte, habe ihm sein Vater die «Hypi»-Aktie als Anlage empfohlen. Und wie viel hat Patrick Germann bezahlt für das Papier, das heute etwa 4150 Franken kostet? Der Germann-Chef windet sich zuerst ein wenig, rückt dann aber doch mit dem Einstandspreis heraus. 1350 Franken. «Dann habe ich meiner Frau auch noch eine gekauft, damit sie mitkommen kann.»

Einen Wunsch hätte Familie Germann an ihre Hausbank. Sie findet, eine Aktie sei heute zu teuer. Ihr Vorschlag: «Man sollte das Papier splitten, damit es für ein breites Publikum erschwinglich wird.» Die «Hypi»-GV ist das einzige Familienfest bei Germanns, das ohne die Grosskinder stattfindet.