Hunzenschwil
Sanierung der Hunzenschwiler Hauptstrasse führt zu jahrelangem Einbahnverkehr

Der Spatenstich der 10 Millionen Franken teuren Sanierung der Kantonsstrasse in Hunzenschwil ist erfolgt. Aufgrund einer Änderung im kantonalen Strassengesetz muss die Gemeinde nun weniger dafür bezahlen.

Florian Wicki
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Spatenstich der Sanierung der Kantonsstrasse 247 in Hunzenschwil: Martin Joggi, Urs Wiederkehr, Rolf Meier, Stefan Kästli, Yves Küng (v.l.n.r.).

Spatenstich der Sanierung der Kantonsstrasse 247 in Hunzenschwil: Martin Joggi, Urs Wiederkehr, Rolf Meier, Stefan Kästli, Yves Küng (v.l.n.r.).

Florian Wicki

Es sei schon fast ein historischer, mindestens aber geschichtsträchtiger Ort, sagte der Hunzenschwiler Gemeindeammann Urs Wiederkehr am Mittwoch beim Spatenstich. Schliesslich werde mit der Sanierung der Kantonsstrasse im Dorf Hand an die Hauptstrasse 1 angelegt, die den Genfersee mit dem Bodensee verbindet.

Diese Linienführung sei nach alten Berner Machtansprüchen im Jahr 1796 so gewählt worden, dass möglichst grosse Teile der Strecke über das Territorium des Kantons Bern verlaufen sollten. Aarau habe man dabei also bewusst ausgelassen. Auch wenn die Strasse also nun als Kantonsstrasse dem Kanton Aargau gehöre, sei sie als Hauptstrasse schon durch Hunzenschwil gegangen, als der Kanton Aargau noch nicht einmal gegründet worden war.

Mehrzweckstreifen kommen, Rampen müssen weg

Die Hauptarbeiten im rund 1600 Meter langen Projektperimeter der Hauptstrasse K 247 in Hunzenschwil beginnen am 2. August, verkündete der Kanton ebenfalls gestern. Somit ist bisher trotz Corona alles ideal verlaufen, war man sich doch bis anhin nicht sicher, ob die Bauarbeiten noch dieses Jahr oder erst 2022 beginnen können.

Im Sommer 2023 soll die Strasse erneuert sein: Bis dann wird der gesamte Strassenoberbau saniert und ein lärmoptimierter Deckbelag eingebaut. Weiter werden die Fussgängerquerungen mit schützenden Mittelinseln ausgestattet und beide Bushaltekanten der Haltestelle Korbacher hindernisfrei angepasst. Zudem sollen an verschiedenen Orten Mehrzweckstreifen realisiert werden, um den Verkehrsfluss zu verbessern und das Abbiegen zu vereinfachen. Und schliesslich wird die bestehende Personenunterführung beim Knoten Mizeligasse/Hauptstrasse saniert, wobei die laut Behindertengleichstellungsgesetz zu steilen – und somit für Rollstühle nicht befahrbaren – Rampen zurückgebaut werden müssen.

Visualisierung des Dorfzentrums (Knoten beim Volg) nach der Sanierung.

Visualisierung des Dorfzentrums (Knoten beim Volg) nach der Sanierung.

zVg

Die Gemeinde Hunzenschwil, die Energie Hunzenschwil AG sowie die Swisscom nutzen die Sanierung der Strasse und erneuern respektive bauen ihre Werkleitungsnetze aus. Diese Arbeiten dürften einen grossen Teil der gesamten Bauzeit beanspruchen, so der Kanton. Die Bauetappen seien aber so abgestimmt worden, dass die Versorgung der verschiedenen Werkleitungen – also Wasser, Strom und Telekommunikation – sichergestellt sei.

Suhr - Hunzenschwil nur über die Autobahn möglich

Diese Etappen sehen folgendermassen aus: Im Bauabschnitt 1 werden die Baufelder Ost (Knoten Moor AG bis Stationsweg, Möbel Märki) und West (Autobahnbrücke bis Neulandweg, Carbogen Amcis) gleichzeitig realisiert, was um die 15 Wochen dauern sollte. Danach werden Bauabschnitt 2 (Stationsweg bis Rupperswilerstrasse, Gasthof Kastanienbaum), Bauabschnitt 3 (Rupperswilerstrasse bis Innerer Hübelacker, Tankstelle SOCAR) und Bauabschnitt 4 (Innerer Hübelacker bis Autobahnbrücke) nacheinander realisiert.

Die ganze Sanierung beeinträchtigt natürlich auch den Strassenverkehr. Doch nur so weit wie nötig, lässt sich Projektleiter Mathias Blaser zitieren:

«Die Platzverhältnisse sind eng, wir müssen während der Bauzeit die Gemeindestrassen und Liegenschaftszufahrten offenhalten und die Buslinien sollen weiterhin fahren können.»

Deshalb werde der Verkehr während der Bauarbeiten mit einem grossräumigen Einbahnsystem gelenkt. Die Fahrtrichtung Suhr bleibe für alle Verkehrsteilnehmenden offen; hingegen könne die Gemeinde Hunzenschwil von Suhr her nur über die signalisierte Umleitung via N1 (ehemals T5) angefahren werden.

Jedoch könnten die Verkehrsteilnehmenden, je nach Bauabschnitt, die Gemeinde Huzenschwil auf der Kantonsstrasse in Richtung Lenzburg befahren. Für die Bevölkerung von Hunzenschwil würden teilweise auch Umleitungen über das Gemeindestrassennetz signalisiert, so der Kanton.

Die Sanierung ist auch in der Gemeinde einigermassen unbestritten, wurde doch der Kredit von 4,6 Millionen Franken für den Gemeindebeitrag an die Sanierung (total 9,2 Millionen) an der Wintergmeind 2018 mit grosser Mehrheit bewilligt. Davon dürfte nun ein beträchtlicher Teil in der Gemeindekasse verbleiben, wie Kantonsingenieur Rolf H. Meier am Spatenstich verkündete: In den letzten Wochen habe der Aargauer Grossrat entschieden, dass der Kostenteiler zwischen den Gemeinden und dem Kanton für kantonale Strassenbauprojekte innerorts neu 65/35 statt 50/50 betragen soll. Meier erklärt:

«Ab dem 1. Januar wird der Gemeindebeitrag für alle Leistungen, die im Zusammenhang mit Kantonsstrassen erbracht werden, nur noch 35 Prozent betragen.»

Da bis Ende Jahr grob geschätzt nur etwa rund ein Drittel aller Baukosten anfallen sollten, könnte die Einsparung auf Hunzenschwiler Seite also gut und gerne mehrere hunderttausend Franken betragen.

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