Beinwil am See
Hugo Vötsch: Eine Postlaufbahn vom Boden- an den Hallwilersee

Der Duft nach heissem Kaffee und frischen Gipfeli dominierte gestern Morgen den Schalterraum auf der Post Beinwil am See. Nach zehnjährigem Wirken ging der Poststellenleiter Hugo Vötsch vorzeitig in Pension.

Margrit Rüetschi
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Vreni und Hugo Vötsch

Vreni und Hugo Vötsch

Aargauer Zeitung

Mit ihm beendet auch seine Frau Vreni die Arbeit auf der gleichen Post. Gemeinsam hat das Ehepaar Vötsch während vieler Jahre den (Post-)Karren an verschiedenen Orten gezogen. «Wir lassen es auf uns zukommen und wollen keine Hektik aufkommen lassen», sagt Hugo Vötsch auf die Frage, wie der weitere Lebensabschnitt aussehen soll. Den Schritt in die Pension habe man zusammen festgelegt und das Datum absichtlich auf die ruhigere Jahreszeit verschoben.

Neue Strukturen aufbauen

«Herunterfahren und nach und nach neue Strukturen aufbauen», meint er zur gemeinsam gewählten Strategie. Arbeiten rund ums und im Haus, vermehrte Spaziergänge und Wanderungen mit dem Hund stehen in nächster Zeit auf dem Programm. Das Pflegen von neuen Hobbys, vielleicht auch das Reisen, sollen später in Angriff genommen werden.

Am Bodensee hat Hugo Vötsch seine 47-jährige Karriere bei der Post begonnen. Weitere Stationen, bevor es ins Rueder- und schliesslich ins Seetal ging, waren unter anderem Zürich und Genf.

Die Zelte im Aargau hat das Ehepaar 1983 in Schmiedrued aufgeschlagen. Dort wo sie mit zwei Kindern gewohnt haben (und immer noch wohnen), war auch die Post integriert. Schon damals hat das Ehepaar den Laden zusammen «geschmissen».

Leider wurde die Poststelle 1994 geschlossen und Hugo Vötsch fand in Schmiedrued-Walde einen neuen Wirkungsort. Nach sechs Jahren bot sich im Jahre 2000 für ihn die Gelegenheit, als Poststellenleiter auf die Post Beinwil am See zu wechseln. Zusammen mit seiner Frau hatte er bis Ende Oktober eine 190-Prozent-Stelle inne.

«Der längere Arbeitsweg machte es überhaupt möglich, dass wir uns von unserer Tätigkeit distanzieren und damit am Abend abschalten konnten», sagt Hugo Vötsch. Am alten Ort sei es manchmal vorgekommen, dass die Kunden auch am Sonntag den Service in Anspruch nehmen wollten.

Freundlichen Umgang pflegen

Obwohl sie «auswärts» wohnten, fühlte sich das Ehepaar Vötsch in Beinwil am See wohl. Die grosszügigen Öffnungszeiten und die Anwesenheit von weiteren Mitarbeitern hätten es zudem erlaubt, dass sie in der Mittagspause nach Hause fahren konnten. Es sei wichtig, dass man mit den Kunden einen freundlichen Umgang pflege, hält Hugo Vötsch fest. «Trotz steigendem Verkaufs- und Leistungsdruck bei der Post sollte es weiterhin möglich sein, mit den Kunden ein paar persönliche Worte auszutauschen», meint er.

«Wir lassen es auf uns zukommen und wollen keine Hektik aufkommen lassen.» Hugo Vötsch, ehemaliger Poststellenleiter in «Böju»