Lenzburg
Hotel Ochsen: «Unsere Stammgäste werden nichts vermissen»

Das Hotel Ochsen schafft mit dem Umbau der «Satteltasche» für den Wirtschaftsbetrieb und die Gäste neue Perspektiven.

Heiner Halder
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Madeleine und Chris Schatzmann in der umgebauten Satteltasche. Chris Iseli

Madeleine und Chris Schatzmann in der umgebauten Satteltasche. Chris Iseli

Chris Iseli

Satteltaschen, Säcke und mexikanische Sombreros hängen nicht mehr an den rustikalen Wänden, aber das Ross reckt seinen Hintern nach wie vor in die Wirtsstube und beobachtet draussen die Burghaldenkreuzung, wo Motorkutschen mit mehreren Pferdestärken um das Vortrittsrecht ringen. Und auch der goldene Ochsen glänzt wie eh in der Sonne.

Die augenfälligen Markenzeichen der altehrwürdigen Wirtschaft (1824 erstmals erwähnt) blieben wie viele andere Details beim Umbau im Parterre des Riegelhauses unangetastet. «Neues gestalten und Bewährtes erhalten war schon seit Generationen das Credo der Wirtsfamilie», sagt Chris Schatzmann, und so bleibt auch der Begriff «Satteltasche» trotz dem massiven Eingriff in deren Grundstruktur.

Ablauf rationalisiert

Die 1995 letztmals mit mexikanischem Flair («heiss, wild, rassig») erneuerte Bar mit Restaurant ist punkto Infrastruktur in die Jahre gekommen. Madeleine und Chris Schatzmann als «Ochsen»-Wirte der 4. Generation nutzten die Gelegenheit, um nicht nur eine grundlegende Sanierung der Räumlichkeiten vorzunehmen, sondern auch die bauliche Struktur der gastronomischen Örtlichkeiten neu aufzumischen. Bisher waren «Satteltasche» und Ochsen-Restaurant baulich und betrieblich getrennt, sodass Doppelspurigkeiten bei Küche, Ausrüstung und Team die Bewirtschaftung erschwerten, begründet Chris Schatzmann das Bauvorhaben. Und: «Mit der räumlichen und organisatorischen Verbindung von Ochsen-Restaurant und Bar/Restaurant ist ein wesentlich rationellerer Betriebsablauf garantiert.»

Der Lenzburger Innenarchitektin Bettina Meier ist es gelungen, Innovation und Tradition subtil zu verbinden und den ursprünglichen Charme der unterschiedlichen Bereiche zu bewahren. So wird das ehemalige Restaurant mit modernem Mobiliar bestückt und dessen prächtige antiken Tische und Stühle in die «Satteltasche» gerückt. Von der gewonnenen Raumkapazität profitiert der Barbereich, der lang gestreckte Tresen ist in seiner Anmutung bewusst einer abgenutzten Wildwest-Biertankstelle nachempfunden. «Unsere Stammgäste von da und dort werden nichts vermissen», verspricht Chris Schatzmann.

Insgesamt stehen in der erweiterten «Satteltasche» 73 Sitzplätze zur Verfügung. Die bisherige «Ochsenstube» wird für spezielle Anlässe, der Saal weiterhin für grössere Veranstaltungen genutzt. Die 36 Hotelzimmer in Stammhaus und «Ochsen-Lodge», der prächtige Kastaniengarten und das Raucher-Terrässli sind von den Umbauten nicht betroffen. Was das kulinarische Angebot betrifft, gilt jetzt eine Einheits-Menükarte nach bewährtem Rezept.

Nostalgisches

Zentrale Zierde des Gastrobereiches ist die nostalgische Schinken-Schneidemaschine Marke «Berkel» aus Italien. In den guten alten Zeiten des «Ochsen» wurde Schinken im Brotteig als Spezialität serviert. An frühere Zeiten erinnert auch die Fotogalerie mit historischen Familienbildern und Aufnahmen der Liegenschaft. Dies steht im Kontrast zu der modern durchgestylten «Ochsen»-Lodge am andern Ende des Parkplatzes. Diese war vor drei Jahren eröffnet worden.

Die neue «Satteltasche» eröffnet am Montag, 2. Mai, und ist an 7 Tagen pro Woche geöffnet.

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