Auf Schloss Lenzburg geht die grösste Fassaden-Renovation seit 1985 in die nächste Etappe. Dieses Jahr sind das Ritterhaus und Stapferhaus an der Reihe. Bevor die Stiftung Stapferhaus einzog, hiess Letzteres Bernerhaus, an der Fassade prangt heute noch das Wappen der Eroberer. Da die Stiftung im Herbst in ihr neues Haus der Zukunft am Bahnhof zieht, wird das Bernerhaus frei. Der Stiftungsrat Schloss Lenzburg hat sich gemäss einer Mitteilung seit längerem intensiv mit der künftigen Nutzung befasst und beschlossen, dass das Schloss-Bistro aus den Gebäuden Palas und Turm ins Erdgeschoss des Stapferhauses ziehen wird. Ab 2019 wird die Leitung des Bistros, das momentan von Museum Aargau betrieben wird, an das Lenzburger Mercure Hotel Krone übergeben.

«Krone»-Chef Marc A. Kilchenmann freut sich über die Vergabe. Die «Krone» habe sich beworben, weil sie eng mit dem Schloss verbunden sei. «Und das Schloss-Bistro soll nicht von einem Auswärtigen betrieben werden.» Wie das Café im Detail aussehen wird und was auf der Speisekarte steht, ist noch unklar. «Der Rahmen wird von der Stiftung Schloss vorgegeben», sagt Kilchenmann. Und dieser wird sich im bisherigen Bereich bewegen. «Es gibt kein Gourmetrestaurant, so viel kann ich sagen.» Das Bistro bleibe klein und fein. Schon heute sind wenige warme Speisen im Angebot, zum Beispiel Wienerli und oder Suppe. Doch das Bistro ist hauptsächlich für den Kaffee- und Kuchengenuss ausgelegt. Das neue Café wird auf jeden Fall mehr Platz bieten. «So können wir die Besucherspitze am Wochenende besser abdecken», sagt Christoph Hofstetter, Aktuar der Stiftung Schloss Lenzburg.

Mit dem Wegzug des Stapferhauses in den Neubau beim Bahnhof wird das Haus umbenannt. «Ein neuer Name beugt der Verwechslungsgefahr vor», sagt Hofstetter. Immer wieder seien Besucher auf der Suche nach der Stapferhaus-Ausstellung auf dem Schloss gelandet. Wie das Gebäude zukünftig heissen soll, sei noch nicht entschieden.

Sanierung ist wetterabhängig

Doch bevor das Bistro auf die Saison 2019 umziehen kann, muss das Bernerhaus saniert werden. Neben dem Café werden die Räume so saniert, dass sie für Workshops und Seminare genutzt werden können. Neben den Renovationen in den Innenräumen sind auch bauliche Massnahmen am Dach und an der Fassade notwendig. Die Arbeiten sind temperaturabhängig und können daher nur zwischen Frühling und Herbst ausgeführt werden. Für die Sanierungsarbeiten wird unterhalb des Bernerhauses Mitte April ein Kran aufgestellt.

Auch am Ritterhaus sind dringende Fassadenarbeiten nötig. Hier stammt der älteste Teil des Verputztes von 1509, erbaut wurde das Gebäude 1340. In den nächsten Monaten muss am ganzen Gebäude der Deckputz erneuert werden. Wie tief dabei eingegriffen werden muss, kann erst festgestellt werden, wenn das Gerüst steht. Die Arbeiten seien ab Ende März vorgesehen. Bei der Vermietung für Termine dieses Jahr – etwa für Hochzeiten – wurde darauf hingewiesen, dass das Haus in ein Gerüst eingepackt sein wird. Ab Juli bis Oktober finden auch Arbeiten in den Innenräumen statt, in dieser Zeit wird das Ritterhaus nicht vermietet.