az-Wahlkampfbus

Holderbank: Kontroverses zu Ausländern und Asylantenheim

Thomas Lüpold, Daniel Lüem, Christine Hehli, Christian Dorer, Martin Killias, Andreas Obrecht und Connie Fauver (v.l.) diskutierten über Asylpolitik und Integration.

az-Wahlkampfbus in Holderbank

Thomas Lüpold, Daniel Lüem, Christine Hehli, Christian Dorer, Martin Killias, Andreas Obrecht und Connie Fauver (v.l.) diskutierten über Asylpolitik und Integration.

Am Montagabend hielt der az-Wahlkampfbus in Holderbank. Nicht weniger als 75 Besucher fanden den Weg vor den «Felsgarten». Dort diskutierten sechs Nationalratskandidaten über Asylpolitik und Integration.

Das Thema Ausländer führt nach wie vor das Sorgenbarometer von Herr und Frau Schweizer an, leitete Christian Dorer, Chefredaktor von az Aargauer Zeitung, die Diskussion an der sechsten Station des az-Wahlkampfbusses ein.

Asylwesen und Integrationspolitik zogen im Bezirk Lenzburg zahlreiche Politinteressierte in das peripher gelegene Holderbank, das mit seiner Asylunterkunft kantonsweit in die Schlagzeilen geraten war.

Neben den regionalen Spitzenkandidaten Christine Hehli Hidber (CVP), Martin Killias (SP), Daniel Lüem (FDP), Thomas Lüpold (SVP) und Andreas Obrecht (BDP) kam sich die Grüne Connie Fauver selbst wie eine Ausländerin vor. Immerhin hatte sie sich die Mühe gemacht, vor dem Anlass unter der Führung eines kantonalen Chefbeamten im Asylantenheim einen Augenschein zu nehmen.

Der fehlende Vollzug

Was sie sah, schilderte sie den Anwesenden: «Viele Männer auf wenig Raum.» Die Zustände bezeichnete sie als «happig und desolat» und folgerte: «Dort möchte ich keine Nacht verbringen.» Hier mit einem Tagessatz von Fr. 7.50 zu leben, sei «knapp an der Schmerzgrenze».

Mit ihrer klaren Haltung stand Fauver in dieser Runde eher alleine. Lüem konterte, die siebeneinhalb Franken seien eh noch zu viel, da sich hier ausschliesslich Asylbewerber aufhalten, deren Gesuch abgelehnt wurde und die eigentlich ausgeschafft gehören.

«Die sollten eigentlich schon lange ausgeschafft sein», fand Lüpold noch deutlichere Worte, «doch die finden immer wieder juristische Schlupflöcher.»

Der fehlende Vollzug zeuge von «den Grenzen unserer aussenpolitischen Möglichkeiten», zeigte sich Killias überzeugt. Eine dauerhafte Lösung dieses Problems sieht der auch hier eine pragmatische Linie verfechtende SP-Mann und Strafrechtsprofessor beim Packen des Übels an der Wurzel: «Man kann die Flüchtlingsströme nur in den Heimatländern selbst verhindern.»

Politik spannend vermittelt

Nicht alle Besucher erschienen freiwillig: Katrin, Lea, Patrizia und Mirjam, vier Schülerinnen der Kanti Wettingen, müssen von der Schule aus eine Dokumentation über Asylpolitik verfassen. Das Podium erschien ihnen dafür ideal. «Nie hätten wir gedacht, dass Politik so spannend sein kann.»

Die Argumente der links-grünen Seite überzeugten sie: «Die Kandidaten erschienen natürlich. Wir hatten den Eindruck, dass sie sich gut mit der Thematik befassten.» Auch das Drogenproblem wird in der Arbeit der Schülerinnen vorkommen. Dies sei jedoch mehr ein Problem der Jugend als der Ausländer.

Wahlkampfbus in Holderbank, Restaurant Felsgarten

Wahlkampfbus in Holderbank, Restaurant Felsgarten

Wahlkampfbus in Holderbank, Restaurant Felsgarten

Wahlkampfbus in Holderbank, Restaurant Felsgarten

Wahlkampfbus in Holderbank, Restaurant Felsgarten

Wahlkampfbus in Holderbank, Restaurant Felsgarten

Wahlkampfbus in Holderbank, Restaurant Felsgarten

Wahlkampfbus in Holderbank, Restaurant Felsgarten

Wahlkampfbus in Holderbank, Restaurant Felsgarten

Wahlkampfbus in Holderbank, Restaurant Felsgarten

Meistgesehen

Artboard 1