Othmarsingen

Hochwasserschutz: Ein Nein würde viel kosten

Othmarsingen - Kirche Dorfbild Othmarsingen

Soll besser vor Überschwemmungen geschützt werden: Die Gemeinde Othmarsingen

Othmarsingen - Kirche Dorfbild Othmarsingen

Die Realisierung der Modernen Melioration erspart der Gemeinde Kosten in Millionenhöhe.

Der 8. Juni 2016 sitzt den Othmarsingern noch tief in den Knochen. Innerhalb weniger Stunden wurden in verschiedenen Dorfteilen Häuser unter Wasser gesetzt. Jetzt will man das Dorf besser vor künftigen Hochwassern schützen, in den Gebieten «Eggental», «Trockmatt» und «Gislisberg» sind entsprechende Massnahmen vorgesehen. Das ist jedoch nur ein Grund, weshalb der Gemeinderat die sogenannte Moderne Melioration durchführen will.

Die Neugliederung der landwirtschaftlich genutzten Flächen soll in Zukunft eine rationellere Bewirtschaftung erlauben: Die Wege der Bauern zu ihren Feldern sind teilweise lang und die Bewirtschaftung mühsam. Mit der Melioration sollten die Parzellen neu definiert, zu grösseren Einheiten zusammengefasst und besser erschlossen werden. «Die Landbesitzer erhalten Flächen an ähnlicher Lage zugeteilt, welche gleiche Nutzung erlauben wie heute», präzisiert der für das Projekt zuständige Gemeinderat Eric Wiesmann. Damit räumt Wiesmann Bedenken aus, die Landbesitzer während des kürzlich abgeschlossenen Einwendungs- und Mitwirkungsverfahrens geäussert hatten. «Während der öffentlichen Auflage sind 18 Einwendungen eingegangen. Sieben Grundstücke wurden ausgeklammert», erklärt Wiesmann. Als Beispiel nennt er den Parkplatz des Armeelogistikcenters oder Mischgrundstücke, die eine Einheit mit einer Liegenschaft im Baugebiet bilden. Man habe mit allen Einwendern und Mitwirkenden Gespräche geführt.

Im geplanten Arrondierungsperimeter befinden sich heute 320 Landparzellen, die 72 Grundeigentümern gehören. Die Realisierung der Modernen Melioration soll von einer breit abgestützten Kommission begleitet werden. Dabei sollen auch alle Interessensgruppen ins Verfahren involviert werden, verspricht Gemeinderat Wiesmann. Und ergänzt: «Wir wollen aufzeigen, welche Landaufteilung Sinn macht.»

Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 3,8 Millionen Franken. Bund und Kanton beteiligen sich daran mit ca. 2,6 Millionen Franken. Der Gemeindeanteil beträgt voraussichtlich 885 000 Franken. Die Gemeinde rechnet mit rund zehn Jahren, bis das Projekt fertig abgeschlossen ist. Deshalb will man den Gemeindebeitrag mit je 90 000 Franken pro Jahr auf die Budgets der nächsten zehn Jahre verteilen. So lautet der Antrag des Gemeinderats zuhanden der Gemeindeversammlung am kommenden Freitag. Gleichzeitig mit der Arrondierung werden nebst den Hochwasserschutzmassnahmen weitere Verbesserungen für die Landschaft und Ökologie in der Gemeinde realisiert: Diese und die Hochwasserentlastungsmassnahmen müssten auch ohne die Melioration angegangen werden. Ohne Bundes- und Kantonsbeiträge würde die Gemeindekasse laut Wiesmann mit Kosten von rund 2,5 Millionen Franken rund dreimal stärker belastet. «Othmarsingen würde eine grosse Chance verpassen, wenn es an der Gemeindeversammlung dem Projekt nicht zustimmen würde», betont Wiesmann.

Neue Heizung im Schulhaus

Für 378 000 Franken muss die Heizung im alten Schulhaus aus dem Jahr 2000 erneuert werden. Im Frühsommer ist der Gasheizkessel überraschend ausgestiegen. Bei der Prüfung einer Ersatzheizung habe man auch Alternativen mit nicht fossilen Heizträgern geprüft. Man habe sich dann jedoch entschieden beim bisherigen Heizsystem zu bleiben, dies aus ökonomischen Gründen, heisst es vonseiten des Gemeinderats.

Das Budget 2018 schliesst mit einem operativen Verlust von 386 000 Franken ab, bedingt durch die zusätzlichen Abschreibungen infolge HRM2. Dieser wird aus den Aufwertungsreserven abgedeckt, was schlussendlich zu einem ausgeglichenen Budget führt. Trotz einem um drei Prozent angepassten Steuerfuss von 107 Prozent (Aufgabenabtausch mit Kanton) werden mit 5,3 Millionen Franken leicht höhere Steuereinnahmen erwartet.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1