Was vor 30 Jahren begann, hat sich zur festen Institution für das Freiamt und das Seetal entwickelt: Die Ökumenischen Eheberatungsstelle Lenzburg-Freiamt-Seetal wurde auch im letzten Jahr von fast 100 Personen neu kontaktiert, das Psychotherapeutenteam leistete rund 1500 Beratungssitzungen.

An der Jubiläumsgeneralversammlung in Muri verabschiedete sich Präsident Kurt Fricker, Wohlen, nach zehn Jahren; ihm folgt Vizepräsidentin Beate Zimmermann. Zweck des Vereins ist die «Führung einer ökumenischen Eheberatungsstelle, die im Auftrag und Geist des Evangeliums eine fachkundige Eheberatung anbietet.»

Es hat Kurt Fricker elf Jahre im Vorstand, davon zehn als Präsident, gefallen. Aber das 30-Jahr-Jubiläum schien ihm die passende Gelegenheit, sein Amt niederzulegen. Ebenfalls auf die Jubiläumsdelegiertenversammlung hin trat Irmela Reith aus dem Vorstand zurück.

Während Vizepräsidentin Beate Zimmermann Frickers Amt übernimmt, wurde Martin Uhr aus Wohlen neu in den Vorstand gewählt. Im Vorstand bleiben Pascale Kilias, Peter Jäggi und Beat Stutz. Geehrt wurde auch Eheberater Heinz Baumann; der Psychotherapeut arbeitet seit 20 Jahren für die Ökumenische Eheberatungsstelle Lenzburg-Freiamt-Seetal und bildet zusammen mit Stellenleiterin Annamarie Reich das Beratungsteam.

Kirchgemeinden als Trägerinnen

Die Beratungsstelle, die im Rex-Hochhaus an der Alten Bahnhofstrasse 1 in Wohlen domiziliert ist, wird von 20 katholischen und 13 reformierten Kirchgemeinden getragen. «Leider musste der Vorstand die Kündigung der Mitgliedschaft von der katholischen Kirchenpflege der Kirchgemeinde Meisterschwanden-Fahrwangen-Seengen auf Ende 2015 zur Kenntnis nehmen», bedauert Fricker. Dafür konnte die katholische Gemeinde Muri , welche sich den Austritt überlegte, behalten werden. Immerhin hat der Verein keine finanziellen Sorgen; das Vermögen beläuft sich aktuell auf gut 200 000 Franken, wie Finanzchef Peter Jäggi ausführte. Durch die Unterstützung der Kirchgemeinden bleibt das Honorar für Ratsuchende aus den beteiligten Kirchgemeinden tief: 1 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens für 50 Minuten Beratung, für Ratsuchende aus nicht angeschlossenen Kirchgemeinden ist es das Doppelte. Leuten in schwierigen finanziellen Verhältnissen wird entgegengekommen.

Starkes Zeichen

Es sei nicht zu übersehen, dass die Bereitschaft zur Solidarität in unserer Gesellschaft abnehme, hält Fricker im letzten Jahresbericht fest. «Die Mitgliedschaft der Kirchgemeinden in unserem Verein ist ein starkes Zeichen in die andere Richtung, mithin für echte christliche Solidarität». 99 Personen haben sich im letzten Vereinsjahr neu für eine Beratung angemeldet. 60 Prozent von ihnen fanden durch eigene Initiative die Beratungsstelle, nur 5 Prozent wurden von ihrem Pfarramt, beziehungsweise ihrer Kirchgemeinde darauf aufmerksam gemacht. «Nicht zuletzt diese Tatsache hat den Vorstand veranlasst, unseren Verein bei den über 80 Frauen und Männern, die in der Seelsorge unserer Mitgliederkirchgemeinden sind, besser bekannt zu machen.»