Seengen
Hier werden seit 80 Jahren Haare geschnitten - allen Krisen zum Trotz

Auch durch die Coronapandemie liessen sich Max Holliger und sein Team von «Intercoiffure Holliger» nicht unterkriegen.

Merken
Drucken
Teilen
Jolanda Holliger, Max Holliger und Selina Holliger (v.l.)

Jolanda Holliger, Max Holliger und Selina Holliger (v.l.)

zvg

Dass er mal gezwungen sein würde, sein Geschäft für sechs Wochen zu schliessen, hätte Max Holliger (67) nie gedacht. 80 Jahre. So lange gibt es den Intercoiffure-Kosmetik Holliger bereits in Seengen. Gegründet wurde das Geschäft von Max Holligers Eltern. «Damals wurde zwischen Damen und Herren noch streng getrennt. Mein Vater führte den Herrensalon, meine Mutter den Damensalon.»

Auch Max Holliger machte seine Ausbildung als Coiffeur. Mit 27 Jahren kehrte er nach absolvierter Meisterprüfung nach Seengen zurück, übernahm dort das Coiffeurgeschäft von seinen Eltern und baute es um.

Bei der Schliessung brach eine kleine Welt zusammen

Das ist jetzt 40 Jahre her. «Vor 32 Jahren übernahmen wir als zweiten Betrieb ein Coiffeurgeschäft in Hitzkirch», sagt er. Dieses verkauften sie Anfang 2020. «Während vieler Jahre hatten wir über 20 Mitarbeitende und bildeten an den Standorten über 70 Lernende aus», sagt Max Holliger. Er führt das Geschäft in Seengen zusammen mit seiner Frau Jolanda. «Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.» Und auch Tochter Selina (29) ist in die Fussstapfen der Eltern getreten. Die gelernte Coiffeuse und Kosmetikerin ist mittlerweile mit ihren Eltern in der Geschäftsleitung. Aktuell hat der Betrieb zwölf Mitarbeitende.

Bei der coronabedingten Schliessung der Coiffeur-Geschäfte im Frühling sei zuerst eine kleine Welt für ihn zusammengebrochen, sagt Holliger. «Wir haben uns dann aber gefangen und in dieser Zeit viel im Geschäft selbst verändert.» Für ihre Kundschaft füllten Max Holliger und sein Team Haarfarbe und Entwickler in kleine Flaschen ab und stellten sie dann zur Abholung vor der Türe bereit. Und im Nachhinein habe die Schliessung sogar eine positive Seite gehabt. «Man hat Zeit, sich Gedanken zu machen und sich neu auszurichten», sagt Holliger. Zudem hätten sie einige Arbeiten im Damenbereich vorgenommen. Die Grundphilosophie, dass man den Kunde als Ganzes betrachte und nicht nur seine Haare, sei jedoch geblieben. Max Holliger hofft zwar sehr, dass es keine zweite Schliessung der Coiffeur-Geschäfte geben wird, «es ist jedoch wahrscheinlich». (asu)