Niederlenz

Hier werden Pferde auf Herz und Nieren geprüft

Die Pferdeklinik Niederlenz setzt am neuen Standort in Niederlenz auf modernste Technik. Das Herzstück der Klinik: Ein schweizweit einzigartiges Gerät.

Hufgeklapper und Pferdewiehern ist nichts, was man in einem Industriegebiet erwarten würde, in Niederlenz seit einigen Wochen aber eine Tatsache. Vor sechs Wochen eröffnete die Pferdeklinik am neuen Standort am Hummelweg in Niederlenz ihre Türen.

Im Vergleich zum früheren Standort mitten in einem Wohnquartier im Dorf ist die neue Klinik drei mal so gross und erstreckt sich über eine Fläche von 6700 Quadratmetern. «Wir hatten definitiv Platzprobleme, eine Vergrösserung war nötig», erklärt Christian Czech, Mitinhaber der Pferdeklinik. Neben einer grossen Reithalle liegt ein Bewegungsplatz mit einem Kiesplatz, einem Sandplatz und einer Bodenwelle. Dort werden die Bewegungsabläufe der Tiere untersucht.

Einzigartiger mobiler Computertomograf im Einsatz

Auf der rechten Seite liegt das Gebäude, das eines der Herzstücke der Klinik beherbergt. Ein Gerät für Computertomographie (CT), das ermöglicht, 3-D Bilder von verschiedenen Körperregionen der Pferde zu machen. Das Gerät, das in Niederlenz steht, ist in der Schweiz so einzigartig: «CT’s gibt es mehrere, das besondere bei unserem Gerät ist, dass es sich bewegen lässt und nicht nur der Behandlungstisch. Weltweit gibt es nur wenige vergleichbare Geräte», erklärt der 41-jährige leitende Tiermediziner.

Diese flexible Behandlungsmöglichkeit lässt es zu, dass die grossen Patienten auch im Wachzustand und stehend untersucht werden können, wenn zum Beispiel Bilder des Sprunggelenks gemacht werden sollen. Einfach sind die Untersuchungen nicht.

«Es erfordert eine gewisse Kooperation des Pferdes», erklärt Christian Czech. «Unsere Mitarbeitenden benötigen viel Ruhe, Geduld und das Wissen wie sie das Tier am Besten anfassen müssen.» Selbst dann lasse es sich aber nicht vorhersagen, wie lange eine Untersuchung andauert. «Der eigentliche Vorgang ist schnell erledigt, aber wenn das Tier unruhig ist, kann eine Untersuchung viel Zeit in Anspruch nehmen.»

Moderne Technik bereitet schlaflose Nächte

Muss ein Pferd in Narkose versetzt werden, gibt es in der neuen Klinik eigens dafür konzipierte Räume. Sie verfügen über eine hängende Vorrichtung, die es ermöglichen, das sedierte Tier kontrolliert hinzulegen. Direkt neben dem Raum mit dem CT-Gerät gibt es noch einen Magnetresonanztomografen, der vor allem für die Untersuchung von Weichteilen verwendet wird.

Auch ein klassisches Röntgengerät besitzt die Pferdeklinik. «Wir haben hier jede Bebilderungsmöglichkeit, die sich bei einem Pferd einsetzen lässt», erklärt Christian Czech. Der technische Fortschritt bereitet dem Arzt teilweise aber auch schlaflose Nächte: «Sie kriegen hier Antworten auf Fragen, von denen sie nicht einmal gewusst habe, dass sie existieren». Alleine in den letzten vier Wochen generierte die Klinik über 150 Gigabyte an Bilddaten.

Im Gegensatz zum alten Standort mitten im Quartier, erlebt die Klinik am Rande des Industriegebietes einen Tapetenwechsel, gewollt wie Czech sagt: «Uns war der Standort sehr wichtig, die Besitzer und ihre Tiere sind meist sehr gestresst. Wir waren aus diesem Grund darauf bedacht, eine ruhige Atmosphäre zu schaffen. Eher als wäre man im Stall und nicht in einer Pferdeklinik», so der Tierarzt. 32 Mitarbeiter sind in der Klinik beschäftigt, ein Mal pro Woche ist ein Hufschmied mit Team vor Ort.

Bis zu 25 Pferde können in der Boxen der Klinik Platz finden. Wie viele Tiere pro Tag behandelt werden, verrät der Mitinhaber nicht: «Es sind sicher einige, die Zahl spielt aber keine Rolle. Die Menge ist nicht unser vorrangiges Ziel, sondern die Qualität. Im Fokus stehen die Pferde und ihre Besitzer, nicht die Zahlen».

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