Schafisheim
Hier kommt das 884 Tonnen schwere Herzstück für die Riesenbaustelle

Zu Spitzenzeiten sind es gut 1000 Besucher, die sich gestern Morgen bei der grössten privaten Baustelle der Schweiz in Schafisheim eingefunden haben. Sie wollen Zeuge sein eines speziellen Bauvorhaben: Der Einbau der 884 Tonnen schweren Passerellen.

Markus Christen
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Mit diesen Kränen wird die Passerelle auf der Coop-Baustelle in Schafisheim eingebaut
10 Bilder
Teamwork ist gefragt, um die einzelnen Teile der Passerelle zusammen zu setzen
In Schafisheim entsteht das neue Coop-Verteilzentrum
Die Passerelle ist 182 Meter lang und rund 880 Tonnen schwer
Die einzelnen Stücke werden vom Kran in die Höhe gehievt
Einbau der Passerelle auf der Coop-Baustelle in Schafisheim
Arbeiter bauen die einzelnen Teile der Passerelle zusammen
Die Bauarbeiter setzen die einzelnen Teile zusammen
Zahlreiche Schaulustige liessen sich das Spektakel nicht entgehen
Einbau der 884 Tonnen schweren Passerellen auf der Coop-Baustellen in Schafisheim

Mit diesen Kränen wird die Passerelle auf der Coop-Baustelle in Schafisheim eingebaut

André Albrecht

Seit knapp zwei Jahren baut Coop an der Rupperswilerstrasse ein neues Verteilzentrum. An diesem Wochenende werden der Neubau und der bestehende Gebäudekomplex mit einer Brücke verbunden. «Die Installation der Passerelle hat einen symbolischen Wert, sozusagen als Eingangstor in den Gesamtkomplex der Verteilzentrale Schafisheim», sagt Leo Ebneter, Leiter Direktion Logistik und Geschäftsleitungsmitglied bei Coop. «Die Verbindung der beiden Gebäudetrakte bedeutet die Verbindung von Logistik, Produktion und Distribution. Die Passerelle bildet gewissermassen das Herzstück der Förderlogistik.»

Die Zuschauer auf dem Bauplatz, viele Familien mit enthusiastischen Kindern, warten ab 9 Uhr darauf, dass die über 200 Tonnen schweren Brückenelemente von zwei Raupenkranen in die Höhe gehoben und schwebend zusammengeführt und verschraubt werden. Während die Bauarbeiter Filigranarbeit im grossen Massstab verrichten, müssen sich die Zuschauer in Geduld üben. Die Fassade des Altbaus leistet an diesem Samstagmorgen noch Widerstand gegen die millimetergenaue Einpassung der Passerelle. Bauarbeiter rücken an, Funken sprühen. Coop hat vorgesorgt. In einem Zelt werden die Besucher mit Wienerli, Rüeblitorte und Punsch bedient. Die Brückeninstallation erhält den Charakter eines kleinen Volksfestes.

Die Passerelle in Zahlen

Insgesamt 884 Tonnen schwer ist die Stahltragstruktur der vierteiligen Brücke, die am Samstag und am Sonntag an der Rupperswilerstrasse in Schafisheim zusammengesetzt und installiert wird. Die Brücke befindet sich rund 12 Meter über Grund und misst in der Länge genau 162,47 Meter. Für die Hebung der Brücke kommen zwei Raupenkräne zum Einsatz, jeder mit einem Gewicht von 200 Tonnen. Die Kräne mit 400 PS müssen zusätzlich mit einem Ballast von jeweils 450 Tonnen gesichert werden. Die Einsatzkosten für einen Kran belaufen sich auf rund 10 000 Franken pro Tag. (MCH)

Die grosse Herausforderung ergebe sich durch die Dimensionen, erklärt Diego Lechmann, Gesamtprojektleiter beim Generalplaner IE Food Engineering. So wurde die Brücke in Einzelteilen nach Schafisheim transportiert und diese in einer eigens errichteten Feldwerkstatt verschweisst. Gleiches gilt für die Raupenkräne. 100 Lastwagenfahrten waren nötig, um sie auf den Bauplatz zu bringen.

Noch während der gesamten nächsten Woche bleibt die Rupperswilerstrasse gesperrt. In dieser Zeit wird die Passerelle, die sowohl einen Personenweg als auch eine automatisierte Warenstrasse bietet, mit Baugerüsten verkleidet. Die Arbeiten beim Neubau kommen derweil gut voran. Ab Spätherbst soll in Schafisheim die Logistik in Betrieb genommen werden. Bis Ende 2016 ist der vollständigen Inbetriebnahme zu rechnen.

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