Vierfachmord
Heute zweite Trauerfeier: «Das Leben von Simona soll aufleuchten»

Nach der bewegenden Trauerfeier für Carla Schauer und ihre beiden Söhne nimmt heute die Gemeinde der evangelisch-methodistischen Kirche in Hunzenschwil Abschied vom Simona F., dem vierten Mordopfer von Rupperswil.

Mario Fuchs
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Grosse Anteilnahme um die Opfer von Rupperswil.

Grosse Anteilnahme um die Opfer von Rupperswil.

Mario Heller

Heute Samstag findet in Hunzenschwil der zweite Abschiedsgottesdienst statt: Für Simona F., die 22-jährige Freundin des älteren Sohnes der Familie Schauer. Pfarrer Tom Matter sagt: „Wir wollen unserem Aufgewühltsein Raum geben.“ Dazu gehörten die dunklen und traurigen Gedanken – aber auch ein Teil, in dem „das Leben von Simona aufleuchten soll“. Eine Band wird zudem einen musikalischen Lebenslauf spielen. Matter: „Wir werden probieren, den Menschen einen Lichtblick für die Zukunft zu geben.“

In dieser Halle in Hunzenschwil begeht die evangelisch-methodistische Gemeinde ihre Gottesdienste.

In dieser Halle in Hunzenschwil begeht die evangelisch-methodistische Gemeinde ihre Gottesdienste.

Mario Heller

Die Familie wünscht sich in der Todesanzeige in der «Aargauer Zeitung», dass die Anwesenden auf Trauerkleidung verzichten. Stattdessen solle man Turnschuhe anziehen. «Wer Simona kannte, weiss, wie sehr sie Sneakers mochte. Sie würde sich sicher freuen, wenn diejenigen, die mögen, solche Schuhe tragen», schreibt die Familie.

Was ist die Evangelisch-methodistische Kirche?

Der Grundstein für die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) wurde 1792 von Theologie-Studenten im englischen Oxford gelegt. Charles Wesley gründete mit ein paar jungen Männern einen Kreis, in dem sie gemeinsam Andacht hielten, beteten und sich um arme und kranke Menschen und Sträflinge kümmerten. Als Charles älterer Bruder John hinzukam, übernahm er die Leitung des Kreises.

Das Ziel der Studenten: Gottes Liebe praktisch ins Leben hinein umzusetzen. Weil sie ihren Glauben mit grossem Ernst und nach einer bestmimten Methode lebten – etwa mit täglicher Bibellektüre, Gebet, Fasten und Wohltätigkeit – wurden sie von ihren Mitstudenten als „Methodisten“ verspottet. Auf die Frage, worum es in der methodistischen Bewegung gehe, antwortete John Wesley: «Glaube, der durch die Liebe tätig ist.»

Heute zeigt sich das auch auf zeitgemäss Art: Die EMK führt Altersheime, Spitäler, ein sozial-therapeutisches Wohnheim, Häuser für Ferienlager und hotels. Sie unterstütze Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern. Einzelne Gemeindeglieder engagieren sich zudem in ihrem Umfeld, etwa mit Mittagstischen, Kindertagesstätten, Besuchen bei Alten und Einsamen oder in der Begleitung Randständiger.

Die EMK ist keine lokale, keine kantonale und auch keine nationale Kirche: Sie versteht sich als «weltweiter Verbund von zusammen gehörenden und aufeinander angewiesenen Gemeinden». Diese «Connexio» helfe den Gemeinden, sich weder als die ganze Kirche zu verstehen noch mit dem Anspruch aufzutreten, allein selig machend zu sein. In der Schweiz gibt es die EMK seit rund 150 Jahren. Sie umfasst heute rund 120 Gemeinden mit rund 12'500 Mitgliedern und Freunden. Die evangelische-methodistische Kirchgemeinde in Hunzenschwil ist eine von derzeit 12 Gemeinden im Kanton Aargau.

Trauernde vor der reformierten Kirche in Rupperswil.
21 Bilder
Die Trauernden versammeln sich vor der Kirche in Rupperswil.
Grosser Andrang: sogar vor der Kirche wohnten viele Trauernde der Abdankung bei.
Die Trauernden versammeln sich vor der Kirche in Rupperswil.
Christian Bühler, Pfarrer der die Trauerfeier leitete verlaesst die Kirche.
Rund 500 Menschen wohnten dem Trauergottesdienst in der Kirche von Rupperswil bei.
Trauerkranz in der reformierten Kirche Rupperswil.
Die Klassenkameraden von Davin legen Stein-Herzen in der Kirche nieder.
Trauergottesdienst in Rupperswil.
Kerzen in der reformierten Kirche von Rupperswil.
Viele Jugendliche nehmen am Abdankungsgottesdienst in Rupperswil teil.
Justizminister Urs Hofmann (links) trifft zur Trauerfeier ein.
Vor der reformierten Kirche Rupperswil. Die ersten Trauergäste treffen ein.
Die reformierte Kirche in Rupperswil.
Schüler und Klubgespänli der Mordopfer an der Trauerfeier in Rupperswil.
Schüler und Klubgespänli der Mordopfer an der Trauerfeier in Rupperswil.
Vor der reformierten Kirche Rupperswil. Die ersten Trauergäste treffen ein.
Freunde und Klassenkameraden gedenken der Opfer mit Kränzen vor der Kirche in Rupperswil.
Trauergäste auf dem Weg zum Abdankungsgottesdienst in Rupperswil.
"In unseren Herzen wirst du weiterleben." Klassenkameraden in Rupperswil nehmen am Abschied.
Trauergäste auf dem Weg zum Abdankungsgottesdienst in Rupperswil.

Trauernde vor der reformierten Kirche in Rupperswil.

Keystone

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