Seengen
Heute gehen schon die Welpen in die Spielstunde

Der Kynologische Verein Seetal feierte sein 75-Jahr-Jubiläum, die Gruppe «Jugend und Hund» ist 20 Jahre alt. Neben der Plauschvorführung am Sonntagmorgen trugen deren Mitglieder am Samstag einen Agilitywettbewerb aus.

Sibylle Haltiner
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Hund und Hundeführerin absolvieren in höchster Konzentration den Agility-Parcours
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Thomas Kohler und Bea Sager begrüssten am Sonntag die Gäste des Jubiläumsfestes
Im Agility-Parcours muss alles zusammenpassen, damit's gelingt
Der Kynologische Verein Seetal feiert sein 75-Jahr-Jubiläum, die Gruppe «Jugend und Hund» ist 20 Jahre alt
Askan, der jüngste auf dem Hundeplatz, mit Andreas Wehrli
Der Tunnel ist kein Problem für den Kleinen

Hund und Hundeführerin absolvieren in höchster Konzentration den Agility-Parcours

Silbylle Haltiner

Hundesport soll auch Spass machen. Dies demonstrierten am Sonntagmorgen sechs Mitglieder der Gruppe Jugend und Hund. Als Schlümpfe beziehungsweise Cowboy und Indianer bestritten die Jugendlichen einen Gruppen-Agilitywettkampf.

Je drei Hundeführerinnen und -führer und ihre verschieden grossen Hunde lieferten sich ein Wettrennen über Hindernisse und durch Tunnels, wobei sich einmal mehr herausstellte, dass kleine Hunde über ebenso viel Kampfgeist verfügen wie ihre grösseren Artgenossen. Im Slalom konnten sie sogar den Nachteil ihrer kürzeren Beine durch ihre Wendigkeit gutmachen.

Vom Glücksrad zum Hundemilitary

Neun Personen gründeten vor 75 Jahren den Kynologischen Verein Seetal und wollten, wie in der Festschrift zum Jubiläum ausgeführt, auch gleich der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) beitreten. Darauf musste man jedoch zwei Jahre warten, da für die Aufnahme 30 Mitglieder nötig waren. Anfangs übten die Mitglieder in zwei Abteilungen im oberen und unteren Seetal, die Anreise wäre sonst zu weit gewesen, denn man fuhr mit dem Velo oder dem Zug auf den Hundeplatz. 1955 konnte der Verein beim Sportplatz Seengen das heute noch bestehende Klubhaus errichten. Während früher die Kasse mit Unterhaltungsveranstaltungen und einem Glücksrad aufgebessert wurde, bieten die Seetaler Kynologen heute Kurse an und organisieren ein Hundemilitary. Zurzeit zählt der Verein beinahe 200 Mitglieder, die verschiedene Arten von Hundesport betreiben. Besonders erfolgreich ist die Gruppe Jugend und Hund, die heuer ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Über 40 Jugendhündeler trainieren mit ihren Hunden und nehmen auch an Wettkämpfen teil. (SIH)

Seit 20 Jahren besteht die Gruppe Jugend und Hund im Kynologischen Verein Seetal. Neben der Plauschvorführung am Sonntagmorgen trugen deren Mitglieder am Samstag einen Agilitywettbewerb aus. «Der Wettkampfgedanke ist bei den Jugendlichen immer mit dabei», erklärte die Leiterin Ursula Känel.

Gar bereits auf 75 Jahre kann der Hauptverein zurückblicken. Die beiden Jubiläen wurden am Wochenende auf dem vereinseigenen Hundeplatz gebührend gefeiert. Am Sonntagnachmittag zeigten weitere Gruppen die Vielfalt des Hundesports und bewiesen unter anderem, dass man mit Hunden tanzen kann. Auch Hundeführer der Polizei stellten ihre Arbeit vor.

In den 75 Jahren seit der Gründung habe sich viel verändert, erklärte Bea Sager, die Präsidentin des Vereins. «Früher waren fast ausschliesslich Männer dabei, heute sind es hauptsächlich Frauen», meinte sie. Die Anzahl der verschiedenen Betätigungen und Sportarten mit Hunden hat sich vervielfacht, zum Verein gehören Gruppen für Begleit-, Sanitäts-, Schutz- und Fährtenhunde. Es finden Erziehungskurse und Spielstunden für Welpen statt.

Etwas liegt Bea Sager besonders am Herzen: «Der Hund soll Freude an der Arbeit haben.» Thomas Kohler, OK-Präsident des Jubiläumsfestes, fügte hinzu: «Die Sozialisierung eines Hundes ist sehr wichtig. Er muss an vieles gewöhnt werden, zum Beispiel an Jogger.» Auch Askan, der heimliche Star des Jubiläumsanlasses, hat noch viel vor sich. Andreas Wehrli, Hundeführer der Aargauer Kantonspolizei, hatte den neun Wochen alten Welpen mitgebracht. Vielleicht wird der Deutsche Schäferhund in einigen Jahren Drogen erschnüffeln, am Sonntag interessierte er sich vor allem dafür, ob sich in den vielen Händen, die ihn knuddelten, etwas Essbares finden liess.