Gmeind
Hendschiken reisst das Schulhaus von 1982 für diesen Neubau ab

Die Gemeindeversammlung vom Mittwochabend entschied sich klar für den Abbruch des Schulhauses aus dem Jahre 1982 und einen Neubau. Die Variante Sanierung des Schulhauses und Erweiterung durch einen zweigeschossigen Anbau fand keinen Anklang.

Hanny Dorer
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Der nun bewilligte Neubau deckt die Raumbedürfnisse der Schule für die nähere Zukunft ab (Visualisierung).

Der nun bewilligte Neubau deckt die Raumbedürfnisse der Schule für die nähere Zukunft ab (Visualisierung).

zvg

«Ich bin froh, dass das Thema Schulraumerweiterung nun entschieden ist und vor allem, dass der Entscheid so deutlich ausgefallen ist», stellte Gemeindeammann Daniel Lüem nach der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend fest. Er lobte dabei insbesondere die stets sachliche Diskussion und freute sich über die gute Beteiligung an der Versammlung; von den 704 Stimmberechtigten waren 101 anwesend.

Dass Hendschiken mehr Schulraum braucht, ist auf den Systemwechsel von 5 auf 6 Primarstufen zurückzuführen. Der Versammlung wurden zwei Varianten unterbreitet: Der Antrag des Gemeinderates sah einen zweigeschossigen Anbau an das Schulhaus 1982 und dessen Sanierung vor; Kostenpunkt 2,84 Mio. Franken. Die nach der letzten Gmeind eingesetzte Baukommission hingegen beantragte 3,5 Mio. Franken für den Abbruch des alten Schulhauses und den Ersatz durch einen Neubau.

«Wenn man schon Geld ausgibt, dann für etwas Richtiges», erklärte Urs Moser, Präsident der Baukommission, und erläuterte ausführlich, weshalb sich die Kommission für die Variante Neubau einsetzt. Neben den offensichtlichen Vorteilen eines Neubaus, der genau den Bedürfnissen der Schule angepasst werden kann, erwähnte er auch die finanzielle Seite: Auf den ersten Blick erscheine der Unterschied zwischen Anbau und Neubau gross, in Wirklichkeit handle es sich jedoch lediglich um rund 200 000 Franken.

Kostendach von 3,05 Millionen

Tatsächlich muss gemäss einem Verwaltungsgerichtsentscheid neuerdings bei solchen Anträgen ein Ungenauigkeitszuschlag (in diesem Fall sind es 15 Prozent) eingerechnet werden. Während man bei einer Sanierung mit Überraschungen rechnen müsse und der Zuschlag daher wahrscheinlich gebraucht werde, seien die Kosten für den Neubau so genau berechnet worden, dass preislich keine Überraschungen zu erwarten seien. «Das maximale Kostendach beim Neubau liegt gemäss Einschätzung der Baukommission bei 3,05 Mio. Franken», rechnete Moser vor und wies ausserdem auf weiteres Sparpotenzial beim Minergie-Standard hin.

Die Abstimmung fiel klar aus: Der Antrag des Gemeinderates erhielt 15, jener der Baukommission 78 Stimmen. Der Verpflichtungskredit von 3,5 Mio. Franken wurde schliesslich ohne Gegenstimme mit 84 Stimmen bewilligt.

«Grundsätzlich können wir uns das gar nicht leisten», stellte Gemeindeammann Lüem fest, als die Finanzierung zur Sprache kam. Aber die Schule sei wichtig. Und im Moment seien Investitionen günstig finanzierbar. «Wir haben Offerten von der Suva und von Postfinance, die sich je nach Laufzeit zwischen 0,31 Prozent (für 3 Jahre) und 1,8 Prozent (für 12 Jahre) bewegen.» Man werde aber versuchen, ein Darlehen bei einer Gemeinde aufzunehmen.

Provisorium während der Bauzeit

Um die Zeit bis zur Fertigstellung des neuen Schulhauses zu überbrücken, bewilligte die Versammlung einen Kredit von 182 900 Franken. Das geplante Provisorium besteht aus Containern und soll auf dem Schulhausplatz erstellt werden. Dies ist möglich, weil der Platz gegenwärtig baumlos ist. «Nicht wegen des Provisoriums», präzisierte Vizeammann Alfred Suter. Man habe die Bäume wegen einer Krankheit fällen müssen. Sie würden aber nach dem Entfernen des Provisoriums ersetzt.