Hendschiken
Direkte Demokratie wird gelebt: Referendum für Beitritt zum Schulverband «Maiengrün» ist zustande gekommen

An der letzten Gmeind lehnte es der Hendschiker Souverän ab, die Primarschule in den Gemeindeverband «Schulen am Maiengrün» mit Dottikon und Hägglingen zu integrieren. Nun ist das Referendum gegen den Entscheid zustande gekommen – es ist das erste seit über zehn Jahren.

Valérie Jost
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Über ihre Zukunft wird entschieden: Die Hendschiker Schülerinnen und Schüler bei der Einweihung des neuen Schulhauses am 23.9.2016.

Über ihre Zukunft wird entschieden: Die Hendschiker Schülerinnen und Schüler bei der Einweihung des neuen Schulhauses am 23.9.2016.

Peter Siegrist

Die Schule ist in Hendschiken ein Dauerbrenner-Thema: Schon im Juni hatte die Gmeind über die Überführung ihres Kindergartens und der Primarschule in den Gemeindeverband «Schulen am Maiengrün» mit Dottikon und Hägglingen entschieden (die Hendschiker Oberstufe ist dort bereits dabei). Dabei hatte die Gmeind Anpassungen in den Satzungen verlangt. Und Anfang September sagte die Gmeind erneut Nein: Von den 95 Anwesenden sprachen sich gerade mal 28 für den Beitritt aus, mit 53 waren fast doppelt so viele dagegen. Die restlichen 14 Personen enthielten sich.

Gegen den Entscheid ist nun das fakultative Referendum zustande gekommen – etwas, was in der Gemeinde seit über zehn Jahren nicht mehr passiert sei, so Frau Gemeindeammann Sabina Vögtli. Das Referendum haben 175 Hendschikerinnen und Hendschiker unterschrieben (nötig gewesen wären 171). Dahinter stehe keine Interessensgemeinschaft oder ein Verein, so Vögtli, sondern einfach «verschiedene Stimmberechtigte». Die Gemeinde hat die Urnenabstimmung auf den 28. November angesetzt.

Sabina Vögtli sah den Grund für das Nein der Gmeind damals in der Uneinigkeit von Gemeinderat und Schulpflege: «Beide wollen das Beste für die Hendschiker Schule, doch in Bezug auf die Umsetzung dieses Vorsatzes waren wir uns nicht einig. Die Schulpflege sieht im Alleingang, der Gemeinderat im Beitritt zum Verband das grösste Potenzial für die Zukunft.» Und Susanne Hofmann, die für die Bildung zuständige Gemeinderätin, sah die Angst vor Unabhängigkeitsverlust als Grund: «Man befürchtete, dass unsere kleine Primarschule im Verband mit grösseren Gemeinden nicht mehr denselben Stellenwert hätte und Projekte oder Teile der Identität aufgeben müsste.»

Ob sich diese Angst nun gelegt hat, wird sich an der Urne zeigen. Doch selbst wenn das Referendum dort Schiffbruch erleidet, ist für die Unterzeichnenden noch nicht alles verloren: Die Satzungen des Gemeindeverbands sehen vor, dass Kindergarten und Primarschule noch bis Ende 2025 beitreten könnten, ohne dass Hägglingen und Dottikon erneut zustimmen müssten. Das Thema könnte also erneut an eine Gmeind gebracht werden.

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