«Schulen am Maiengrün»
Der neue Schulverband steht in den Startlöchern – und Hendschiken ist mit an Bord

Im kommenden Jahr geht der neue Gemeindeverband «Schulen am Maiengrün» an den Start. Der Hendschiker Beitritt gefiel im Dorf nicht allen – die Verantwortlichen erklären, warum es sich trotzdem lohnt.

Florian Wicki
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Stellen den Verband vor: Urs Bosisio, Präsident des Vorstands, Susanne Hofmann, Delegierte von Hendschiken, Vizeammann Peter Kuster und Erich Probst, Gemeindeschreiber I von Hendschiken.

Stellen den Verband vor: Urs Bosisio, Präsident des Vorstands, Susanne Hofmann, Delegierte von Hendschiken, Vizeammann Peter Kuster und Erich Probst, Gemeindeschreiber I von Hendschiken.

Florian Wicki

900 Schülerinnen und Schüler aus Hendschiken, Dottikon und Hägglingen umfasst der neue Gemeindeverband «Schulen am Maiengrün SAM», der ab nächstem Jahr den Betrieb aufnimmt. Ausserdem 115 Lehr- und 30 Hilfspersonen. Das Jahresbudget des Verbands beträgt 8,7 Millionen Franken.

«Wir freuen uns, dass Hendschiken schon von Anfang an auch mit der Primarschule Mitglied im Verband sein kann», sagte die für die Bildung zuständige Hendschiker Gemeinderätin und künftige Frau Vizeammann, Susanne Hoffmann, am Freitag. Die Freude währt noch nicht besonders lange.

Der Antrag des Hendschiker Gemeinderats zum Beitritt von Primarschule und Kindergarten wurde an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung im September mit 28:53 Stimmen abgeschmettert. Gegen den Entscheid kam das Referendum zustande, sodass Ende November die Frage des Beitritts noch einmal an den Souverän gelangte. An der Urne wurde der Gmeindsbeschluss gekippt und der Beitritt mit 258 zu 214 beschlossen.

Abgänge konnten ersetzt werden

Laut Hofmann ist es für Hendschiken ein grosse Chance, von Anfang an im Verband mitzuarbeiten und vor allem auch mitzureden: «Wir wollen gestalten und nicht nur verwalten.»

Der Beitritt passt nicht allen: So haben die bisherige Schulleiterin Sylvia Rodel sowie auch die Leiterin des Schulsekretariats, Gabriela Pieren, gekündigt, und man müsse laut Hofmann davon ausgehen, dass die Kündigungen im Zusammenhang mit den Umstrukturierungen gestanden haben.

Dafür habe man nun eine sehr gute Lösung gefunden, und zwar in Form einer Stellvertretung: Ab dem 1. Februar 2022 übernimmt die Badenerin Gabriela Stemmer Obrist ad interim die Schulleitung in Hendschiken. Die ehemalige Lehrerin und Fachhochschuldozentin hat sich selbstständig gemacht und so schon verschiedene Schulleitungen ad interim besetzt, etwa in Egliswil oder in Laufenburg.

Die Sekretariatsleitung im 40-Prozent-Pensum (die Wintergmeind genehmigte die Aufstockung von 20 Prozent) übernimmt Anna Stettler aus Rüfenach. Sie war elf Jahre lang Sachbearbeiterin am Bezirksgericht Aarau.

Der designierte Ammann springt ein

Damit ist die Personalsuche noch nicht fertig, fehlt doch immer noch das zweite Hendschiker Mitglied im Vorstand des Gemeindeverbands. Dottikon erhält als grösste der drei Gemeinden drei Sitze, Hägglingen und Hendschiken jeweils zwei, sodass verhindert werden kann, dass die kleinen einfach überstimmt werden.

Einer der Sitze wird von Susanne Hofmann selber besetzt, den anderen übernimmt der bisherige Vizeammann der Gemeinde, Peter Kuster, auf Zeit. Er gehe zwar davon aus, dass er ab Januar weniger Zeit habe als bisher, schliesslich wurde Kuster im Herbst zum Gemeindeammann gewählt. Bis ein geeigneter Nachfolger oder eine geeignete Nachfolgerin für den Verbandssitz gefunden wird, will er aber einspringen.

Pädagogische Aspekte anders betrachten

Präsidiert wird der Verband von Urs Bosisio, der 24 Jahre lang im Gemeinderat von Hägglingen war, 12 davon als Ammann. Bosisio erklärte am Freitag auch, was der entscheidende Vorteil der neuen Verbandsstruktur ist: «Der Vorstand hat sehr grosse Kompetenzen.» Er bringt ein konkretes Beispiel: «Stellen Sie sich einen Schulleiter vor. Der braucht Geld, und geht dafür zur Gemeinderätin, die im Gremium für die Bildung zuständig ist.»

Je nach finanzieller Lage der Gemeinde und der Bildungsaffinität des Gesamtgemeinderats gehe die Bildungsgemeinderätin einfach unter. Jedes Mal für mehr Geld zu kämpfen, sei mühsam, das gehöre nun der Vergangenheit an, so Bosisio: «Wir sind eigenständig, können definitive Entscheide fällen und so die pädogischen Aspekte anders betrachten.»

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