Nachruf
Heiner Ammann – ein Lenzburger durch und durch

Eine ungewöhnlich grosse Trauergemeinde nahm in Lenzburg dieser Tage Abschied von Heiner Ammann, dem ehemaligen Bauführer, Stadtrat und Turnvereinspräsident.

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Heiner Ammann.

Heiner Ammann.

«Er war durch und durch Lenzburger» – und entsprechend dieser Charakterisierung hat der im 70. Altersjahr unvermittelt Verstorbene in seinem ausgesprochen ausgefüllten Leben seine Qualitäten und Kapazitäten zu einem grossen Teil im Engagement für seine Mitmenschen und seine Vaterstadt zur Verfügung gestellt.

Als Nachzügler einer älteren Schwester wurde er am 5. Juli 1946 als Sohn von Malermeister Wilhelm Heinrich Ammann und Berta Frieda Gübeli geboren. Das handwerkliche Talent liess ihn den Beruf als Maurer lernen, doch schon bald bildete er sich als Bauzeichner weiter und absolvierte die Bauschule in Aarau. Als Bauführer sammelte er Erfahrungen in verschiedenen Stellen, unter anderem von 1978 bis 1988 als Werkmeister beim Lenzburger Stadtbauamt. Die Lebensstelle fand er dann in verantwortungsvoller Position bei der Firma Häfeli in Lenzburg.

Der Öffentlichkeit diente Heiner Ammann auch in der Politik: Von 1977 bis 1979 als Mitglied des Einwohnerrates und von 1994 bis 1999 als Stadtrat, wo er in der ersten Amtsperiode für die Ressorts Schule, Bildung, Jugend und Sozialwesen, anschliessend statt Letzterem für den Bereich Gemeindebauten und Sportanlagen zuständig war. Sein umgängliches Wesen erleichterte ihm die erfolgreiche Führung der Ressorts; in seine Amtszeit fielen der Aufbau der Sozialen Dienste und die Sanierung der Schule Lenzhard.

Auch in seiner Freizeitbeschäftigung, dem Sport, übernahm Heiner Ammann Führungsfunktionen. Schon früh trat er dem Turnverein Lenzburg bei, wo er Leichtathletik betrieb und als Handballgoalie brillierte. Während vieler Jahre präsidierte er den grossen Verein, was ihm die Ehrenmitgliedschaft einbrachte. Und das auch im Kantonalturnverband, denn 1999 wirkte er als OK-Präsident des Kantonalen Turnfestes in Lenzburg. Von der Juniorenzeit bis ins Seniorenalter blieb Ammann insbesondere seinen Handballfreunden eng verbunden. Was Heiner Ammann besonders auszeichnete, waren sein Optimismus und sein Humor, der ab und zu ins Sarkastische abgleiten konnte, aber nie verletzend war. So amüsierte er während Jahren als offizieller Stadtchlaus die Behörden an der Chlausmärtzusammenkunft mit geschliffenen Versen: Gereimtes über Ungereimtes in Stadt und Land. Er konnte zuhören, andere Meinungen akzeptieren, war konsenssuchend in jeder Beziehung, pragmatisch in der Umsetzung und lösungsorientiert, immer bereit, Neues dazuzulernen.

Nebst all den Verpflichtungen galt Heiner Ammanns Aufmerksamkeit auch der Familie. 1972 fand er in Regina Gygax eine gleichgesinnte Lenzburgerin, und mit Sohn Tobias, auch er ein aktiver Turner, entwickelte sich ein glückliches Familienleben, das nach dessen Heirat mit Maaike Terwiel durch zwei Enkelinnen bereichert wurde. Leider konnte er nur noch die zweijährige Anouk nachhaltig erleben; die Geburt von Jorien vor ein paar Wochen fiel in die schwere Krankheit des Grossvaters. Verschiedene Operationen und Therapien schwächten Heiner Ammanns Herz so sehr, dass er am 7. März 2016 im Kantonsspital Aarau verstorben ist. Die Hoffnung, dass sich noch einmal alles zum Guten wende, hat sich leider nicht erfüllt. (hh)