Lenzburg

«Haus am Turm» soll das alte Pfarrhaus ersetzen

Das alte Pfarrhaus bei der Stadtkirche soll einem Neubau für kirchliche Zwecke weichen. HH.

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Das alte Pfarrhaus bei der Stadtkirche soll einem Neubau für kirchliche Zwecke weichen. HH.

Die reformierte Kirchgemeinde Lenzburg erwägt ein Neubau-Projekt bei der Stadtkirche – die Kirchenpflege beantragt derweil einen Projektierungskredit.

Das Baufieber in Lenzburg hat nun auch die Reformierte Kirchgemeinde Lenzburg-Hendschiken angesteckt: Die Kirchenpflege orientiert an der Versammlung vom kommenden Montag, 6. Juni, über ihre Vorstellungen für eine Erweiterung des Raumangebotes. Sie erwägt den Abriss des alten Pfarrhauses neben der Stadtkirche und einen Neubau. Mit dem «Haus am Turm» soll der ehemalige Zustand der Stadtmauer in diesem Bereich und damit das «ursprüngliche Altstadtbild» wiederhergestellt werden.

1908 abgebrochen

Tatsächlich stand einst südöstlich des Kirchturms ein stattlicher dreistöckiger Längsbau, wie historische Fotos zeigen. Dieses einstige Pfarrhaus wurde zwischen 1884 und 1908 abgebrochen und durch das heutige Gebäude ersetzt. Es steht nicht unter Denkmalschutz, steht indes zur Hälfte in der Grünzone, kann also nur sehr eingeschränkt um- und ausgebaut werden.

Nicht die schönere Aussicht auf die Stadtkirche und die Möglichkeit einer wesentlich vergrösserten Grünanlage rund um das Gotteshaus (die Kirchenpflege schreibt von einer «für die Bewohner, Werktätigen, Geschäftskunden und Touristen in der Altstadt attraktiven Oase») ist indes ausschlaggebend für das angedachte Projekt, sondern das Bedürfnis für zusätzliche Räume unmittelbar bei der Kirche.

Areal um Stadtkirche aufgewertet

In ihrem Argumentenkatalog zuhanden der Kirchgemeindeversammlung hält die Kirchenpflege fest, dass durch die bauliche Entwicklung der Stadt (Kernumfahrung, Ansiedlung von Dienstleistungsbetrieben beim Bahnhof usw.) sich «der Trend zu zwei Zentren eindeutig verstärkt» habe. Diesem Umstand wurde seinerzeit durch den Bau des Kirchgemeindehauses an der Zeughausstrasse vorausschauend Rechnung getragen. Der Standort im Westen der Stadt sei nach wie vor vorteilhaft und soll beibehalten werden.

In der Altstadt hingegen sei das Areal rund um die Stadtkirche «eindeutig aufgewertet worden». Zudem sei diese «in hohem Mass für kirchliche und nichtkirchliche Anlässe genutzt» und besitze daher einen «hohen Stellenwert in der Altstadt». Die grosse räumliche Distanz zwischen Stadtkirche und Kirchgemeindehaus bringe jedoch wesentliche Nachteile: Insbesondere nach kirchlichen Anlässen wie Gottesdiensten, Hochzeiten, Abdankungen, Konzerten usw. fehlen Räumlichkeiten für Zusammenkünfte, Kirchenkaffees, Apéros und dergleichen.

Hierfür ist die Stadtkirche nicht geeignet. Und das bisherige Gebäude bietet wenig Platz; eine Wohnung ist vermietet, im Untergeschoss wurde wenigstens eine öffentliche WC-Anlage eingebaut.

Breite Verwendbarkeit angestrebt

Der Bedürfniskatalog für den Neubau umfasst denn auch: Raum für rund 100 Personen (wovon 60 Sitzplätze); möglichst gute Zugänglichkeit von der Kirche her; möglichst breite Verwendbarkeit der Räume; Rollstuhlgängigkeit; Besprechungsräume beziehungsweise Büro für eine oder mehrere Pfarrpersonen; Gruppenräume; Kinderhort. Die Kirchenpflege hält zu diesem Traktandum fest, dass die Diskussion um die Verwendung der zurückgelegten Mittel für die Liegenschaften und deren Nutzung «auch künftig vertieft werden muss und dieser Prozess damit nicht abgeschlossen ist».

Sie präsentiert der Versammlung ihre derzeitigen Erkenntnisse und die nach ihrer Ansicht notwendigen Konsequenzen. Sie wird am Montagabend weitere Informationen einbringen und einen Projektkredit beantragen.

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