Lenzburg
Happiger Vorwurf: Sohn wollte das eigene Elternhaus anzünden

Ein 20-Jähriger hat versucht, zu Hause einen Brand zu legen – und er hat mit der Faust seinen Vater geschlagen. Das zumindest waren die Hauptanklagepunkte, mit denen der junge Mann heute vor dem Bezirksgericht Lenzburg konfrontiert war.

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Die Vorwürfe an den 20-Jährigen sind happig: Versuchte Brandstiftung und versuchte schwere Körperverletzung - und das erst noch im eigenen Elternhaus.

Was ist geschehen? Gemäss der Anklage soll der Beschuldigte vor eineinhalb Jahren bei einer tätlichen Auseinandersetzung dem Vater mehrmals mit der Faust auf den Kopf geschlagen haben. Danach habe er Brennsprit geholt, ihn in der Wohnstube verteilt und den Vater mit der Flüssigkeit angespritzt haben. Und er soll den Vater auch noch mit dem Tod bedroht haben, wie Tele M1 berichtete.

Er habe nur drohen wollen

Der junge Mann verteidigte sich vor Gericht mit der Aussage, er habe nur drohen wollen, aber nicht vorgehabt, etwas anzuzünden. Es tue ihm «von Herzen leid», so die Tele-M1-Reporterin. Der Angeklagte sagte weiter, er sei nun auf einem guten Weg, habe sich unter Kontrolle und verstehe sich mit seinen Eltern so gut wie noch nie.

Urteil steht noch nicht fest

Wie konnte es so weit kommen? Familientherapeut Andreas Buri sagte gegenüber dem Fernsehsender, dass in der Familie «ein fundamentaler Mangel an Kommunikation» bestanden habe. Immerhin: Dies scheint sich geändert zu haben. Die Eltern standen bei der Gerichtsverhandlung hinter ihm. Sie machen mit ihrem Sohn eine Familientherapie.Urteil steht noch nicht fest

Die Staatsanwältin Runa Meier forderte drei Jahre Freiheitsstrafe, die allerdings zu Gunsten einer sogenannten Massnahme für junge Erwachsene mit einer Störung in der Persönlichkeitsentwicklung aufgeschoben werden soll. Mit einer solchen Massnahme soll die Störung behandelt werden, was weitere Straftaten verhindern soll. Das Bezirksgericht wird das Urteil in den nächsten Tagen fällen. (pz)