Stadtamman

Hans Huber: «Es gibt immer wieder neue interessante Projekte»

Der Lenzburger Stadtammann Hans Huber nach der Rücktrittsankündigung am Neujahsapéro. hh.

Der Lenzburger Stadtammann Hans Huber nach der Rücktrittsankündigung am Neujahsapéro. hh.

Viele Zuhörer waren überrascht, als Stadtammann Hans Huber seinen Rücktritt auf Ende des laufenden Jahres, also vor Ablauf seiner zweiten vierjährigen Amtsperiode, ankündigte. Vor allem der Zeitpunkt Ende 2012 verblüffte.

Viele Zuhörer waren überrascht, als Stadtammann Hans Huber am Neujahrsempfang der Stadt Lenzburg seinen Rücktritt auf Ende des laufenden Jahres, also vor Ablauf seiner zweiten vierjährigen Amtsperiode, ankündigte (az Aargauer Zeitung von gestern Dienstag).

Kein Lame-Duck-Effekt

«In der sich mit hohem Tempo entwickelnden Stadt Lenzburg gibt es gar keinen idealen Zeitpunkt für einen Rücktritt», hielt Huber gestern gegenüber der az Aargauer Zeitung fest: «Hier gibt es immer wieder neue interessante Projekte; da gibt es gar keinen natürlichen Marschhalt.»

Doch einmal müsse man loslassen; Huber wählte dafür das Jahr, in dem er 65 Jahre alt wird. Und angesichts der Kadenz der Geschäfte der Stadt fürchtet er den Lame-DuckEffekt nicht. Speziell in Amerika gelten Politiker, deren Abgang früh feststeht, als «lahme Enten».

«Einen rechten Schub»

Für die Stadt Lenzburg gebe es im Jahr 2012 nochmals «einen rechten Schub», blickt Huber, der als Ammann zusätzlich das Bauressort führt, voraus auf seine letzten
12 Amtsmonate. Die Standortfrage der schweizweit beachteten Kulturinstitution Stapferhaus, die konkrete Planung des gesamten Bahnhofareals sowie die ersten Baugesuche im neuen Stadtteil Gleis Nord stehen in diesem Jahr an.

Zudem kommt die Zusammenführung des Regionalplanungsverbandes Lenzburg-Seetal mit der von Huber präsidierten Gemeindeammännerkonferenz des Bezirks Lenzburg in die entscheidende politische Phase.

Er sei alles andere als «amtsmüde», sondern packe die anstehenden Aufgaben weiter mit Elan an. «Ich führe mein Amt mit Lust und Freude aus. Ich fühle mich gut getragen, auch wenn ich den Lenzburgern manchmal etwas viele Wachstumsschritte aufs Mal zugemutet habe.» Dass der Rücktritt gut überlegt ist, zeigt Hubers Aussage er werde auch ab 2013 «sehr aktiv» sein; allerdings nicht mehr auf politischer Ebene: «Ich werde nicht auf der faulen Haut liegen.»

Diskussion um Pensum anstossen

Mit dem Rücktritt vor Ablauf der Legislaturperiode will Hans Huber zudem eine Diskussion anstossen, wie teuer einer Stadt mit bald 9000 Einwohnern die Ammann-Position sein soll. Im Teilamt mit einem angenommenen Pensum von 70 Stellenprozenten sei die Aufgabe künftig kaum mehr zu bewältigen, ist Huber überzeugt.

400 bis 420 offizielle Termine stehen jedes Jahr in Hubers Agenda; hinzu kommen Routinegeschäfte wie die Signierung von Hunderten von Verträgen aller Art und die Kontrolle und Visierung von Tausenden von Rechnungen. Detailliert listete Huber die vielen Jobs in seiner Neujahrsansprache auf, die auf der Homepage der Stadt unter www.lenzburg.ch heruntergeladen werden kann.

Bei ihm und seinem Vorgänger Rolf Bachmann habe viel Idealismus dazugehört: «Für die Zukunft muss man das Stadtammannamt finanziell interessanter machen.»

Suche nach dem Nachfolger

Eingesetzt haben in Lenzburg bereits die Ränkespiele um Hubers Nachfolge. In erster Linie gefordert ist natürlich die FDP, als politische Basis Hubers. Während sich der scheidende Stadtrat «bewusst aus personellen Diskussionen raushält» ist FDP-Ortsparteipräsidentin Lea Grossmann schon am Sondieren: Man habe um die Rücktrittsabsicht gewusst; bereits haben erste Gespräche über die Nachfolge im Stadtrat stattgefunden: «Wir haben in letzter Zeit Augen und Ohren offen gehabt und müssen deshalb nicht auf der grünen Wiese beginnen.» Namen werden allerdings keine genannt.

Einen klaren Kronprinzen mit entsprechenden Ambitionen ortet man bei den Freisinnigen vergeblich. So rechnen Beobachter nicht mit einem FDP-Senkrechtstarter, der gleich für das Ammannamt kandidieren wird. Für das oberste Exekutivamt steht eine Lösung aus dem verbleibenden Stadtratsquartett im Vordergrund.

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