Birrwil

Handtaschen, Rucksäcke und Portemonnaies: Hier geht’s von Kopf bis Fuss um Kork

Funktional und vegan: Firmeninhaber Migi Keck trägt einen Hut, der aus Kork hergestellt ist.

Funktional und vegan: Firmeninhaber Migi Keck trägt einen Hut, der aus Kork hergestellt ist.

Die «Korkeria» aus Birrwil vertreibt stylische handgemachte Accessoires aus dem uralten natürlichen Rohstoff. Der Inhaber Michael Keck importiert die fertigen Produkte aus Portugal.

Der Korken ist als Verschluss der Weinflasche zu Kultstatus gekommen. Bekannt ist Kork auch als natürlicher Bodenbelag. Doch wem ist schon in den Sinn gekommen, Kork in Zusammenhang mit einem stylischen Produkt zu sehen? Genau das macht Michael «Migi» Keck aus Birrwil.

In seinem Onlineshop www.korkeria.ch bietet er ausgewählte Produkte aus Kork zum Verkauf an. Bereits wenige Mausklicks genügen, und auf dem Bildschirm poppt eine Reihe modischer Accessoires auf. Alle sind aus Kork gefertigt: Handtaschen und Rucksäcke in diversen Grössen, Portemonnaies und Hosengürtel gehören zu den gängigeren Produkten. Etwas ausgefallener sind Kochschürzen, Tischsets und Kissenanzüge oder Hüte und mit Kork beschichtete Regenschirme. Neuerdings gibt es auch modische Korkschuhe im Angebot. «Das Material Kork ist wasserabweisend», erklärt Keck die Vorzüge als Isolationsmaterial.

Uraltes portugiesisches Handwerk

Keck importiert die fertigen Produkte aus Portugal. Portugal ist laut dem Korkeria-Inhaber weltweit der grösste Kork-Produzent. Die Korkgewinnung und das Handwerk sind in der portugiesischen Kultur tief verwurzelt. Ein Teil von Kecks Familie wohnt seit Jahrzehnten auf der Iberischen Halbinsel, wo die vielfältige Verwendung des Rohstoffs eine lange Tradition hat. Für den selbstständig tätigen Grafiker ist Portugal wie eine zweite Heimat geworden, nachdem die Familie seit langen Jahren ihre Ferien dort verbringt.

Weshalb glaubt Migi Keck, dass die portugiesischen Importprodukte in der Schweiz Liebhaber finden werden? Zuallererst sei er selber ein grosser Fan der Korkfabrikate, sagt er und lacht. Die Geschäftsidee gedieh jedoch erst mit der Zeit. So hat er in Portugal verschiedentlich beobachtet, dass am Flughafen «die Boutique mit Kork-Erzeugnissen von den Touristen vor dem Heimflug jeweils regelrecht gestürmt wird».

Markt in Coronazeiten: Bremgarten macht’s vor

Im Angebot der «Korkeria» sind ausschliesslich hochwertige Handwerkserzeugnisse, die portugiesischen Produzenten hat Kecks Familie sorgfältig ausgewählt. «Unsere Partner sind zudem bekannt dafür, dass sie ihren Mitarbeitenden faire Löhne bezahlen», erklärt der Shop-Betreiber. Fairness und Nachhaltigkeit sind dem Birrwiler Familienunternehmen wichtig.

Zur Firma gehören nebst Migi Keck Mutter Margrit und Vater Alex. Die beiden Senioren haben mit den Märkten in der Region einen neuen Verkaufskanal für die Kork-Artikel erschlossen. Im Keller ihres Hauses stapeln sich noch Kisten mit unverkaufter Ware vom Herbstmarkt in Bremgarten am letzten Wochenende. «Die Coronaschutzmassen haben bestens funktioniert», resümiert Migi Keck. Und er hofft, dass dieser Umstand weitere Marktorganisatoren motiviert, den Zusatzaufwand in Kauf zu nehmen, den ein Schutzkonzept mit sich bringt. Keck bedauert, dass «von den Märkten, an die wir uns angemeldet hatten, pandemiebedingt bisher nur etwa ein Drittel stattgefunden haben».

Kork ist die vegane Alternative zum Leder

Im Markt sieht Keck gegenüber dem Onlinehandel einen klaren Vorteil: Viele Kaufinteressenten möchten die Ware wie am Bildschirm nicht nur sehen, sondern sie auch fühlen. Dabei würden sie sich oft über das weiche Material wundern. Manche halten es gar für Leder, sagt er und schmunzelt. Kork sei jedoch mehr als eine Alternative zu Leder. Aus praktischen und ökologischen Gründen sei es gar die bessere Wahl, findet Migi Keck. «Die vegane Community ist wachsend. Wer bereits beim Essen auf tierische Produkte verzichtet, der will oft auch in den übrigen Lebensbereichen ohne auskommen.»

Wie hat es der Korkeria-Chef selber mit der nachhaltigen Lebensweise? Er versuche, sein Konsumverhalten so nachhaltig wie möglich zu gestalten, sagt Keck. «Ich ernähre mich vegetarisch, trage Kleidung in Bio- und Fairtrade-Qualität und fahre ein Auto, das mit Biogas angetrieben wird.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1