Am 15. Mai startete die Reise des neuen Hallwilerseeschiffs aus der Lux-Werft im deutschen Mondorf (zwischen Köln und Bonn) bis in den Aargau. Auf dem Rhein ging es bis Basel und dann in einer spektakulären Transportaktion auf dem Landweg zum Hallwilersee. Ende vergangener Woche erreichte das Schiff seine neue Heimat.

Hallwilerseeschiff rollt durch Sendegebiet

Hallwilerseeschiff rollt durch Sendegebiet

Jeder Millimeter zählt beim Überlandtransport des Hallwilerseeschiffes. Eine Mammutaufgabe für die Einsatzkräfte, welche diese jedoch mit Bravour meistern.

Für Ueli Haller, den Geschäftsführer der Schifffahrtsgesellschaft Hallwilersee, und seine Kollegen ist der grösste Stress vorbei. "Wir sind froh, dass alles gut gegangen ist. Das Schiff schwimmt und hat durch den logistisch anspruchsvollen Transport keine Schäden genommen", sagte Haller am Dienstagabend im Talk Täglich bei Tele M1.

Noch kann das Schiff allerdings nicht in See stechen. Es muss erst wieder zusammen gebaut werden. Weil Haller und Co das Schiff "fertig auf dem See" gekauft haben, sind momentan zwölf Mitarbeiter der deutschen Lux-Werft vor Ort mit Aufbauarbeiten beschäftigt. Am 6. Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann will Haller auch verraten, wie das neue Schiff heissen soll.

Manchmal wurde es ganz schön eng und zum Schluss gab es erleichterten Applaus: Das neue Schiff wird auf dem Hallwilersee zu Wasser gelassen

Manchmal wurde es ganz schön eng und zum Schluss gab es erleichterten Applaus: Das neue Schiff wird auf dem Hallwilersee zu Wasser gelassen

Nach einer langen Reise von Deutschland in den Aargau hat das Hallwilerseeschiff sein Ziel erreicht – am Donnerstag ist die «MS 2018» zu Wasser gelassen worden.

Drei Millionen Franken kostet das Schmuckstück. Finanziert wird es zu je einem Drittel aus privaten Spenden, einem Darlehen und Eigenmitteln der Schifffahrtsgesellschaft Hallwilersee.

Haller ist auch selber Kapitän. Seit dem Jahr 1985 ist er der Schifffahrt verfallen. Um Sackgeld zu verdienen, habe ich damals angefangen. "Die Schifffahrt hat mich schnell gepackt", sagt er.

Hat es noch Platz auf dem See?

Das neue Boot könnte die Platzverhältnisse auf dem See verschärfen. Wie Haller erklärt, kommen immer mehr Schwimmer und Wassersportler den Schiffen auf dem Hallwilersee in die Quere. «Im Sommer wird's mittlerweile eng auf dem Hallwilersee», sagt er.

Anders als die Personen im Wasser, bleiben die Passagierzahlen in den letzten Jahren konstant. Die Schifffahrt auf dem Hallwilersee wird jährlich von 130'000 bis 140'000 Passagieren genutzt. Eine nicht reduzierte Tageskarte kostet 30 Franken, Einzelstrecken sind ab sechs Franken zu haben. Halbtax und GA zählen auch für Schiffe auf dem Hallwilersee. Das ist auch ein Grund, warum sich viele SBB-Passagiere gerne per Schiff über den Hallwilersee schippern lassen.

Über die konstant vielen Passagiere freut sich die Schifffahrt. Kleinere Probleme macht momentan lediglich der Klimawandel. Die Kapitäne haben immer mehr mit Gewitter und starkem Wind zu kämpfen. "In solchen Situationen gilt es, möglichst weit vom Ufer entfernt zu bleiben", sagt Haller. Schiffe werden meist nur durch Aufprälle beschädigt. Noch ist es um Glück nicht zu grösseren Unfällen gekommen. Das neue Schiff soll da keine Ausnahme machen. (jaw)

Die ganze «Talk Täglich»-Sendung mit Ueli Haller können Sie hier nachschauen: 

Der Patron vom Hallwilersee

Der Patron vom Hallwilersee

Hunderte Schaulustige waren bei der Einwasserung des neuen Hallwilersee-Schiffes dabei. Auch für Ueli Haller ein ganz spezieller Moment.