Mit über 7000 Teilnehmern hat gestern Samstag der 39. Hallwilerseelauf erneut ganze Heerscharen an Läufern ins Seetal gelockt. Einen grossen persönlichen Erfolg konnten dabei vier Jugendliche der Aarauer Schule für Körperbehinderte (Zeka) verbuchen: Silvan, Steven, Stefan und Fabian absolvierten mit drei Betreuern den 10-Kilometer-Lauf um den halben Hallwilersee. Eine beeindruckende Leistung für die vier Jugendlichen mit körperlicher Beeinträchtigung.

Nach dem Lauf die Feier

Dem Lauf waren lange Vorbereitungen vorangegangen: Seit Frühling wurde einmal pro Woche trainiert, nach den Sommerferien zweimal. «Ich versuchte, das Training abwechslungsreich zu gestalten», sagt Physiotherapeutin Andrea Walther, die oft auch in ihrer Freizeit mit den Jugendlichen auf das grosse Ziel hingearbeitet hatte. «Es standen Steigerungs- und Tempoläufe auf dem Programm sowie langsame Dauerläufe.»

Letztere seien für die Jugendlichen die grösste Herausforderung gewesen: «Gegenseitiges Kräftemessen und der Drang, sich auszutoben, waren ihnen oft wichtiger, als eine solide Ausdauer aufzubauen.»

Und doch hat es schlussendlich geklappt: Nach knapp einer Stunde sind Silvan, Steven, Stefan und Fabian gestern Nachmittag im Meisterschwander «Delphin» ins Ziel gelaufen. «Den 10-Kilometer-Lauf werden wir jetzt richtig feiern», sagte Silvan.

Wichtige Erfahrung für das Leben

Die Idee, am Hallwilerseelauf teilzunehmen, hatten ursprünglich Silvan und Steven. Das erste Ziel, den ganzen See im Halbmarathon von rund 21 Kilometern zu umrunden, war jedoch zu hoch gesetzt, der 10-Kilometer-Lauf mit Training, Motivation und dem Engagement des Zeka-Teams aber durchaus realistisch, wie sich gezeigt hat.

Für Andrea Walther war der Hallwilerseelauf für die Jugendlichen vor allem eine wichtige Lebenserfahrung. «Sie haben dadurch körperliche Grenzen erlebt, sie haben aber auch gelernt, sich durchzubeissen und konsequent ein Ziel über längere Zeit zu verfolgen.»