Rote Algen
Hallwilersee ist bereits im Januar rot gefärbt

Die Burgunderblutalge färbt den Hallwilersee alljährlich rot ein. Was auffällt: Dieses Jahr zeigt sich die rote Alge ungewohnt früh an der Oberfläche. Grund ist das milde Winterwetter.

Drucken
Teilen
Burgunderblutalge färbt den Hallwilersee rot (Archivbild)

Burgunderblutalge färbt den Hallwilersee rot (Archivbild)

AZ

Dass die rote Alge bereits im Januar «aufrahmt», also aufsteigt, ist aussergewöhnlich. Normalerweise zeigt sie sich erst bei mildem Frühlingwetter an der Oberfläche des Hallwilersees.

«Sobald es schönes Wetter wird und windstill ist, kann die Alge, die sich den ganzen Winter im Wasser befindet, aufrahmen», meint der Aargauer Gewässerbiologe Arno Stöckli gegenüber Radio DRS. Das sei aber noch lange kein Grund zur Sorge, beschwichtigt er.

Seezustand bessert sich

Auswirkungen hat das Phänomen keine. «Das tritt immer wieder bei Schönwetterperioden auf», so Stöckli.

Der Gewässerbiologe sieht die Burgunderblutalge als Zeichen für die Besserung des Seezustandes. Dass die rote Alge vermeht sichtbar ist, stehe im direkten Zusammenhang mit der reduzierten Nährstoffbelastung.

Zu viel Phosphor im See

Der Hallwilersee wird seit Jahrzehnten mit zuviel Nährstoffen, insbesondere Phosphor, belastet. Sauerstoffmangel in der Tiefe und übermässiges Algenwachstum waren die Folgen.Der See wird nun per Pumpe mit Sauerstoff versorgt.

Dank dieser Massnahme, sowie dem Bau der Abwasserreinigungsanlage Hallwilersee im Jahre 1963, konnte die Phosphorbelastung seit den 1970er Jahren stark gesenkt werden. Lag die maximale Phosphorbelastung in den 1970er Jahren noch bei 16 Tonnen pro Jahr, beträgt sie heute druchschnittlich 3,5 Tonnen. (lds)

Aktuelle Nachrichten