Hallwils Wasserversorgung wird durch einen bald hundertjährigen Vertrag mit Boniswil geregelt. Doch Boniswils Versorgung mit drei Quellen oberhalb des Dorfs stösst in heissen Sommern an ihre Grenzen. Die Bevölkerung ist sich die sommerlichen Aufrufe zum Wasser sparen schon länger gewohnt. Und: 2021 läuft der Vertrag mit Boniswil aus. «Gespräche über eine Verlängerung wurden bis jetzt keine geführt», sagt Boniswils Gemeindeammann Gérald Strub. Schon 2013 prüfte Hallwil verschiedene Möglichkeiten, um Boniswil entlasten und die eigene Versorgung sicherstellen zu können. Etwa den Bau eines Reservoirs oder den Anschluss an die Versorgung von Seon

Nun beantragt der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung am 23. November einen Projektierungskredit über 37'000 Franken für einen neuen Wasserverbund mit Seon. «Bei Maximalverbrauch ist die Wasserversorgung Boniswil nicht mehr in der Lage, auch Hallwil zu versorgen», schreibt der Gemeinderat in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung. Und weiter: «Es ist nicht davon auszugehen, dass die Quellen in Zukunft im heutigen Mass genutzt werden können.» Deshalb solle nun der Ausbau in Richtung Seon vorangetrieben werden. Denn Seon verfügt mit den Pumpwerken Bleien, Hertimatt und dem Tiefenpumpwerk Hallenbad selbst in trockenen Sommern über Förderkapazitäten von 31'000 Kubikmetern pro Woche, wie die Gemeinde letzten August berichtete. Davon verbrauchte Seon im August 11'500 Kubikmeter und lieferte bis zu 10'000 weitere Kubikmeter an Seengen, Egliswil und Teufenthal. Hallwil verbraucht im Schnitt etwa 6000 Kubikmeter im Monat. «Wir haben für die Schaffung eines gemeinsamen Wasserverbunds bei Seon eine Anfrage deponiert und wissen bereits, dass eine Zusammenarbeit grundsätzlich möglich wäre, fix ist aber noch nichts», sagt Hallwils Gemeinderat Lukas Kraus. Hallwil hat selbst kein förderbares Wasser, «es handelt sich deshalb um ein zukunftsgerichtetes Projekt», erklärt Kraus.

Mit Boniswil will die Gemeinde trotzdem weiter zusammenarbeiten. «Wir denken gemeinsam an die Zukunft und haben deshalb gemeinsam ebenfalls einen Wasserverbund angedacht – aber das ist noch in einem sehr frühen Stadium», sagt Kraus. Idealerweise arbeiten möglichst viele Gemeinden zusammen. So sucht Hallwil nun den Anschluss an das Tiefenpumpwerk Hallenbad, das Wasser aus 325 Metern Tiefe fördert. Um den neuen Wasserverbund finanzieren zu können, hat Hallwil 2013 zum ersten Mal seit über 25 Jahren den Wasserpreis erhöht, von 1.70 Franken auf 2.50 Franken.

Verlust von 167'000 Franken

Das Budget der Gemeinde für das kommende Jahr rechnet bei einem gleichbleibenden Steuersatz von 117 Prozent mit einem Minus von 167'000 Franken (2018: Minus 328'000 Franken) bei Investitionen im Umfang von 110'000 Franken. Im Weiteren befindet die Wintergmeind über einen Verpflichtungskredit über 45'000 Franken für den Ersatz der Heizungsanlage der Gemeindegebäude und der Schulanlagen sowie über einen weiteren Kredit im gleichen Umfang für den Ersatz der Küchen in den Wohnungen des Gemeindegebäudes. Und schliesslich stützt der Gemeinderat den Einbürgerungsantrag eines in der Schweiz geborenen und aufgewachsenen Italieners.