Im Tod sind eigentlich alle gleich. Angehörige allerdings sorgen dafür, dass das Andenken an einzelne Verstorbene in besonderen Denkmälern hervorgehoben zum Ausdruck kommt.

Der Trend indes geht weg von Erdbestattungen mit Grabstein Richtung Gemeinschaftsgrab und Urnenplattengräber – weil pflegeleicht und platzsparend. Das Gestaltungskonzept für den Lenzburger Friedhof Rosengarten trägt allen Ansprüchen Rechnung.

Die auffälligste Neuanordnung ist in der Nordostecke der Hain für Grabsteine verstorbener Prominenz, welche bisher auf dem ganzen Areal eher zufällig platziert waren.

Ein Dutzend geometrisch angeordneter Ahornbäume beschattet einige historische Denkmäler, aber auch einfache Grabplatten herausragender Persönlichkeiten und Familien.

Wenige spezielle Gräber

Protzige Prunkstelen sind im Lenzburger Rosengarten allerdings rar. Nur Familie Wedekind (griechische Vase), Augustin Keller (Obelisk) und Walo Bertschinger (Arnold-Hünerwadel-Frauenfigur) zeichnen sich besonders aus. Eine Orientierungstafel gibt Auskunft über die privilegiert Platzierten und die verschiedenen andern Grabfelder.

In der Nordwestecke ist die Wiese mit dem an sich anonymen Gemeinschaftsgrab und auf einer Glasskulptur konzentrierten Namenstäfelchen angelegt, daneben die von Jean-Louis Ruffieux gestaltete Grabanlage für früh verlorene Kinder.

Die Südwestecke – heute noch als Schafweide genutzt – wird laut Auskunft von Stadtplaner Richard Buchmüller reserviert für ein künftiges neues Aufbahrungsgebäude mit Werkraum für Friedhofsgärtner und eine überdachte offene Abdankungshalle. Die bisherige Aufbahrungsstätte in der Südostecke wird dannzumal aufgehoben.

Grabesruhe gewährleistet

Der rasche Bevölkerungszuwachs wirkt sich natürlich nicht nur auf den Wohnungsbau, sondern auch auf die Platzverhältnisse im Friedhof aus. Das erste Feld von Urnenplattengräbern ist bereits besetzt, die zweite Etappe in Angriff genommen. Für die Erdbestattungen bestehen noch Reserven.

Die Grabesruhe von 25 Jahren ist auf dem 1867 angelegten Rosengarten gewährleistet, betont Buchmüller.

Dass der Friedhof diese traditionelle Bezeichnung zu Recht trägt, dafür wird mit neuen Rosenpflanzungen gesorgt. Wie sagte doch Sophie Haemmerli-Marti (Grabstein-Inschrift): «Liebi schafft Wälte us Leid und Not, Rose wachse us Grab und Tod.»