Vor einem Monat musste der Gewerbeverein Seetal den Ausfall seiner für diesen Herbst in Seengen geplanten Gewerbeausstellung bekannt geben. Wegen zu wenig Anmeldungen geht er jetzt über die Bücher. Schon weiter ist der Gewerbeverein Beinwil am See. Auch er hatte zu kämpfen mit seiner lokalen Gwärbi: hohe Kosten, wenig Aussteller. Deshalb hat er das ganze Konzept einer Gewerbeausstellung überarbeitet und letztes Wochenende eine dezentrale Variante ausprobiert: Keine teure Halle sollte es mehr sein, sondern ein Anlass, der auf verschiedenen Plätzen im ganzen Dorf stattfindet. An sieben Standorten präsentierten sich so vergangenen Samstag 45 Unternehmen beim ersten Gewerbekarussell von Beinwil am See.

«Es lief sehr gut, wir haben von allen Seiten nur positive Rückmeldungen», berichtet OK-Präsident Reto Grütter.

Besucher, Aussteller und Behörden seien rundum zufrieden, der Shuttle-Service musste sogar sein Ersatzfahrzeug einsetzen und kam trotzdem nicht darum herum, hier und da einige Besucher stehen zu lassen, so gross war der Andrang.

«Die Aussteller waren positiv überrascht darüber, dass sich die Besucherströme sehr gleichmässig über den Tag verteilten», sagt Reto Grütter. Von herkömmlichen Gewerbeausstellungen seien sie es gewohnt, dass es immer wieder zu Leerläufen kommt und plötzlich zu viele Leute auf einmal auftauchen, als dass man mit allen reden könnte. Beim Karussell habe sich das nun viel besser verteilt. Ein kleines Highlight war auch die kleine Messebahn für die Strasse, die von vielen Besuchern für ein Sightseeing benutzt wurde: «Wann kann man schon eine Städtereise durch ‹Böju› machen?», witzelten sie. Auffallend war zudem, dass die Standorte am besten liefen, die Kindern die Möglichkeit gaben, sich in Hüpfburgen oder Sandkästen auszutoben. Lob kommt auch von den Kollegen der Wyna Expo. «Für Beinwil am See mit seinen vielen Handwerksbetrieben ist das Gewerbekarussell eine spannende Alternative», sagt Christian Schweizer. Der OK-Präsident der Wyna Expo war als Helfer dabei. «Ich glaube, das neue Konzept ist sehr gut angekommen».

An der nächsten Generalversammlung wird der Gewerbeverein nun besprechen, wie es weiter geht. Sicher ist noch nichts, doch: «Ich habe das gute Gefühl, dass das nicht unser letztes Gewerbekarussell war», sagt Reto Grütter.