Lenzburg

«Gut 12 Millionen Franken sind kein Schleck»

So soll das neue Schulhaus aussehen.

So soll das neue Schulhaus aussehen.

Die Einwohnerräte Lenzburg informierten sich über den Schulhausneubau Mühlematt, über den sie am 2. Dezember abstimmen.

Anstelle der Mühlematt-Turnhallen soll in Lenzburg ein neues Schulhaus für die Primarstufe entstehen. An seiner Sitzung vom 2.Dezember entscheidet der Einwohnerrat über einen Kredit von 12,9 Millionen für die Realisierung der ersten Etappe.

Mitglieder des Rates liessen sich nun von den Verantwortlichen über das Projekt informieren. Grundsätzliche Opposition wurde keine geäussert.

Um im Gebiet Angelrain die ebenfalls bereits in der Pipeline stecken-de Sanierung der Bezirksschule angehen zu können, braucht es zusätzlichen Schulraum, der später durch die Primarschule belegt wird.

Im vorletzten Herbst sprach der Einwohnerrat einstimmig Geld für einen Projektwettbewerb für ein neues Schulhaus Mühlematt innerhalb der gesamten Schulanlage Angelrain.

Raumbedarf ist gegeben

Als Sieger «eines interessanten Wettbewerbs», wie Vizeammann und Schulstadtrat Daniel Mosimann in seiner Einleitung festhielt, ging das Projekt «Panama» des Basler Büros «nord architekten gmbh» hervor.

Architekt Matthias Baumann stellte – nachdem der Lenzburger Schulleiter Tim Schaerer anhand der nochmals überarbeiteten Schulraumplanung den Bedarf zusätzlicher Schulzimmer nachgewiesen hatte – das Raumprogramm und die Nutzungsphilosophie des geplanten Neubaus vor.

Im Erdgeschoss sind je vier Klassen und Gruppenräume für Kindergarten und Unterstufe vorgesehen. Neben der Eingangs- und je einer offenen und gedeckten Pausenhalle gibt es zwei zweigeschossig ausgebildete Elemente, die auch als Klassenzimmer nutzbar sind.

Eingefärbte Fassadenelemente

Im ersten Obergeschoss sind neben zwei multifunktional einsetzbaren Zimmern (etwa für Tagesstrukturen) eine Küche, Sitzungszimmer und Räume für Schulleitung und -sekretariat geplant. Im zweiten Obergeschoss ist in fünf Klassenzimmern und vier Gruppenräumen die Mittelstufe untergebracht.

Der «robuste Charakter» des Bauwerks wird laut Baumann durch die Bauweise der Fassade unterstrichen. Die Aussenhaut besteht aus vorfabrizierten selbsttragenden Betonelementen. Hier ist allerdings nicht tristes Grau angesagt; die Elemente sind sandgestrahlt und werden sanft eingefärbt.

Durch diese Bauweise kann dereinst die zweite Ausbauetappe mit Räumen für die Musikschule und Ersatz für die Zimmer in den zwei energietechnisch fragwürdigen Pavillons nahtlos aufgesetzt werden.

Billiger als anderswo

Marco Bertolini vom Kostenplanungsbüro «b+p baurealisation ag» in Zürich hat für die nun zur Debatte stehende erste Etappe Gesamtkosten von 12,9 Millionen Franken prognostiziert.

Abzüglich der bereits gesprochenen 500000 Franken für den Projektwettbewerb hat der Einwohnerrat Lenzburg an seiner nächsten Sitzung also über einen Verpflichtungskredit von 12,4 Mio. zu befinden.

Wie in Lenzburg nicht anders zu erwarten ist, beinhaltet dieser Betrag keine luxuriösen Ausschweifungen. Gemäss Bertolini war hier «hoher Druck spürbar, den vorgesehenen Kostenrahmen einzuhalten». Entsprechend liegen die Kosten pro Einheit beim Mühlemattschulhaus unter jenen von Referenzobjekten.

Nachdem Landschaftsarchitekt Daniel Baur vom Büro «bryum gmbh» die Gedanken hinter der Umgebungsgestaltung erklärt hatte, appellierte Myrtha Dössegger als Präsidentin der Schulpflege Lenzburg an die Räte, dieses wichtige Projekt zu unterstützen: «Hier besteht dringendster Handlungsbedarf», um für gute Rahmenbedingungen für die Lenzburger Kinder zu sorgen. «Gut 12 Millionen Franken sind kein Schleck», räumte sie ein. Ihre Botschaft schien anzukommen, gab es doch in der Diskussion kein Votum, das die Notwendigkeit des Schulhauses in Frage stellt.

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