Seengen

Grusliges mit Gotthelf an der Gespensternacht

Hans Ulrich Glarner an der Gespensternacht im Schloss Hallwyl.

Hans Ulrich Glarner an der Gespensternacht im Schloss Hallwyl.

An der Gespensternacht im eigentlich geschlossenen Schloss Hallwyl konnte Hans Ulrich Glarner mit Texten von Gotthelf und Hoffmann die angestrebte Gruselstimmung verbreiten.

Die Gespensternacht während der Winterpause von Schloss Hallwyl gehört seit Beginn zum festen Programm der Gesellschaft zum Falken und Fisch. Diesmal waren die äusseren Rahmenbedingungen etwas speziell, wie Max-Albrecht Fischer, der Vizepräsident des Fördervereins von Schloss Hallwyl, in seiner Begrüssung festhielt: «Es ist nicht so kalt wie sonst.»

Doch nicht der milde November war dafür verantwortlich, dass erwartungsfrohe Gäste in Rekordzahl zu nächtlicher Stunde ins immer noch kühle, da natürlich ungeheizte Vordere Schloss pilgerten: Vorleser Hans Ulrich Glarner war dank seiner Popularität, die er hier immer noch geniesst, ein grosses Zugpferd.

Glarner war lange Zeit in kulturellen Schlüsselpositionen in der Region aktiv und beruflich am Schluss Leiter der Abteilung Kultur des Kantons Aargau. Inzwischen ist er in gleicher Funktion im Kanton Bern tätig. «Glarner ist von den Untertanen zu den Herrschaften aufgestiegen und ist heute wieder zu uns hinuntergekommen», formulierte es Fischer in launiger Manier.

Rückkehr machte grossen Spass

Die Rückkehr in den Aargau schien dem Vorleser grossen Spass zu machen. Im Gegensatz zu einigen Vorgängern hatte er die Gespensternacht-Geschichten, die eine etwas morbide Atmosphäre verbreiten sollen, selbst ausgesucht. «Glarner liest die grusligsten und wüstesten Geschichten aus seinem Büchergestell», hatte es in der Einladung geheissen.

Den Anfang machte er mit zwei Texten von Jeremias Gotthelf. Dabei bediente er sich des Bandes «Wilde, wüste Geschichten», wo in der Öffentlichkeit weniger bekannte Erzählungen zusammengefasst sind. Vor allem bei der Sage über «Die Rotentaler Herren» spürten die Zuhörer Glarners Affinität zum Emmentaler Schriftsteller. Diese Liebe geht weit zurück: «Ich habe schon als Viertbezler jeden Montag im Altersheim Gotthelf vorgelesen», verriet er der az.

Durch die traditionelle Zwischenverpflegung mit Suppe, Aufschnitt, Käse und Wein unterbrochen wurden die nicht minder schauerlichen Kapitel aus «Die Elixiere des Teufels» von Gotthelfs Zeitgenosse E. T. A. Hoffmann.

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