Lenzburg

Grünliberale wollen aus Lenzburg eine «Gartenstadt» machen

GLP-Einwohnerrat Daniel Fischer schaut mit Sorge auf die Überbauung, die anstelle des früheren Parks bei der Villa Killer entsteht. tf

GLP-Einwohnerrat Daniel Fischer schaut mit Sorge auf die Überbauung, die anstelle des früheren Parks bei der Villa Killer entsteht. tf

Sie sind die kleinste Fraktion im Einwohnerrat, sind jedoch sehr aktiv: Die Grünliberalen haben nun fünf Punkte aufgelistet, um aus Lenzburg eine «Gartenstadt» zu machen.

In ihrem Thesenpapier freuen sich die Grünliberalen über die Umsetzung eines Kernanliegens: «Die innere Verdichtung von Lenzburg schreitet voran.»

Diese an sich «erwünschte Entwicklung» geschehe jedoch nicht nur auf Industrie-Brachen oder durch Ersatz alter Gebäude, «sondern auch durch Überbauung von bestehenden Grünflächen, Gärten und sonst verwilderten Flächen».

Läuft es gleich weiter, werde es «trist». Die Grünliberalen fordern deshalb, «dass man sich schon heute Gedanken macht, wie wir in 50 oder 100 Jahren leben wollen und dass wir erste Schritte dazu einleiten».

Dazu haben die Grünliberalen von Lenzburg fünf Punkte aufgelistet, denen man in den nächsten Jahren besondere Beachtung schenken soll. «Wir wissen, dass wir keine Forderungen stellen können, jedoch wollen wir mit dem Papier zeigen, dass wir erkannt haben, in welche Richtung es gehen muss, wenn wir uns trotz der Verdichtung in unserer Stadt wohlfühlen wollen», erläutert Einwohnerrat Daniel Fischer die Beweggründe.

Die fünf Punkte der Grünliberalen

• Mehr Bäume im Siedlungsgebiet. «Ohne Bäume wären unsere Städte grau und trist. Es gibt sowohl auf öffentlichem Raum wie auch in privaten Gärten Platz für Bäume. Die grossen Bäume von privaten Grundstücken sollen wie die öffentlichen auch im Lenzburger Baumkataster erfasst werden. Es sind Wege zu prüfen, wie die privaten Besitzer animiert werden können, ihre Bäume zu erhalten oder selber neue zu pflanzen.»

• Richtig grüne Gebäude. «Fassaden sind meist weisslich, gelblich oder grau, mit wenigen Ausnahmen. Es reicht jedoch nicht, die Fassaden grün anzumalen, es sind immer noch leblose Mauern. Wir schlagen vor, dass man Fassadenbegrünungen durch Pflanzen fördert. Schlingpflanzen und Pflanzen auf Balkonen und auf Dächern tragen wesentlich dazu bei, dass eine echte Begrünung im verdichteten Raum zustande kommt. Die berühmte Grün-Liegenschaft im Baufeld 1 im Widmi-Areal ist jedoch in Bezug auf die Umgebungsgestaltung vorbildlich in Bezug auf ökologische Standards.»

• Richtige Pflanzen. «Dort wo ein Baum steht, lebt nicht nur dieser Baum. Er bietet Lebensraum für eine Vielzahl anderer Insekten, Flechten, Moose, Vögel, Säugetiere, Spinnen, Algen etc. Beim einheimischen Feldahorn sind über 500 verschiedene Insektenarten ‹zu Hause›. Bei gebietsfremden Arten, sogenannten Neophyten wie Platane, Kirschlorbeer, Ginkgo, Tulpenbaum, Robinie, Glockenbaum etc. sind es jeweils nur ganz wenige Insektenarten. Die Bäume sind auch grün, ökologisch gesehen jedoch so wertvoll wie ein Gummibaum aus Plastik. Der Platanenring rund um die Altstadt trägt heute wesentlich zur ökologischen Verarmung der Stadt bei.»

• Grünräume in Bauordnung und Zonenplan sichern. «Das freiwillige Fördern von Grünräumen und einheimischen Pflanzen ist sinnvoll und erstrebenswert – aber es reicht nicht. Die Sicherstellung von ausreichendem und wertvollem Raum für Pflanzen ist auch in der Bauordnung und im Zonenplan sicherzustellen. Es sind bei der schon lange fälligen Überarbeitung entsprechende Zonen auszuscheiden und Qualitätsstandards vorzugeben.»

• Möglichst wenig Asphalt. «Leider wächst neben der Verdichtung nach oben auch die asphaltierte Fläche. Daher sollten Parkplätze nach Möglichkeit mit Rasengittern versehen werden. Wo möglich, sind Kieswege vorzusehen. Es soll durchaus auch einmal der aktive Rückbau eines Weges oder einer Strasse geprüft werden. Es muss nicht alles zugeteert sein.»

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