Die Bünztalstrasse zwischen Lenzburg und Wohlen ist als gefährliche Strecke bekannt. Regelmässig kommt es auf der im Volksmund auch Todestrasse genannten Strecke zu schweren Unfällen. Als es vor Wochen innert weniger Tage wieder zweimal heftig krachte, platzte der in Hendschiken wohnhaften BDP-Grossrätin Maya Bally Frehner der Kragen. Sie kündigte an, die risikoreiche Strasse auf die politische Bühne zu bringen. «Die Situation stört mich schon lange.»

Bally wurde in ihrer Absicht von verschiedener Seite bestärkt, sagt sie. «Der Zeitungsbericht Anfang Februar hat zu Reaktionen geführt. Ich habe von diversen Personen per Mail Unterstützung erhalten.»

Nun hat die Grossrätin Nägel mit Köpfen gemacht. Vergangene Woche hat sie mit weiteren Unterzeichnern im Grossen Rat einen Vorstoss eingereicht. Sie verlangt darin vom Regierungsrat Auskunft zu Sicherungsmassnahmen auf dem kurzen Abschnitt auf der Kantonsstrasse zwischen Lenzburg und Dintikon.

Linksabbiegen ist riskant

Ein Dorn im Auge sind der Grossrätin die Links-Einmündungen auf die Bünztalstrasse. Hotspots sind dabei die Einfahrten von Ammerswil her Richtung Lenzburg ebenso wie von Hendschiken her nach Wohlen. Konkret will Bally vom Regierungsrat wissen, ob bei diesen Auffahrten auf die Kantonsstrasse in der Vergangenheit bereits ergänzende Sicherheitsvorkehrungen geprüft wurden. «Vor allem während der Hauptverkehrszeiten, wenn der Berufsverkehr auf der Bünztalstrasse unterwegs ist, ist es äusserst gefährlich nach links abzuzweigen.

Als Hendschiker überlegt man sich, auf welchem Weg man mit dem Auto das Dorf verlässt», hält sie fest. Wer an der Kreuzung rechts abbiegen will, hats etwas einfacher. Für diese Fahrzeuglenker wird der Richtungswechsel je nach Verkehrsaufkommen höchstens zur Geduldsfrage. Dass bei den Einfahrten nicht noch mehr Unfälle passieren, überrascht Bally. Sie vermutet, dass viele Autofahrer diese Situation möglichst vermeiden, die Ausfahrten grossräumig umfahren und so einen Umweg in Kauf nehmen.

Täglich 22'000 Fahrzeuge

Maya Bally verweist auf die 22'000 Fahrzeuge, welche heute täglich auf der Bünztalstrasse verkehren. In zehn Jahren werden es rund zwanzig Prozent mehr sein. «Diese Prognosen wurden im Zusammenhang mit dem Ausbau des Autobahnzubringers zwischen dem Knoten Neuhof in Lenzburg und der A1 gemacht», weiss die Grossrätin.

Vielleicht, so mutmasst sie, haben sich die Fachleute beim Lenzburger Projekt bereits Gedanken gemacht, wie sich die Situation weiter südöstlich auf der Bünztalstrasse gestaltet, diese jedoch wieder verworfen. «Wenn dem so war, dann möchte ich wissen, weshalb», sagt Maya Bally. Massnahmen seien derzeit keine vorgesehen, sie habe das Neuhofprojekt nochmals studiert. «Trifft der prognostizierte Mehrverkehr tatsächlich ein, wird man nicht darum herumkommen, sich konkret mit der Situation auf der Bünztalstrasse zu befassen.»

Die Kantonsstrasse müsse weiter entschärft werden, auch wenn dies keine einfache Aufgabe sei. Das steht für die BDP-Grossrätin ausser Frage. Dass sich Vorkehrungen in einem wirtschaftlich vertretbaren Mass bewegen müssen, ebenso. «Doch wurden bereits an andern Orten im Kanton mit weit weniger Verkehrsaufkommen und einem geringeren Unfallrisiko Massnahmen getroffen und beispielsweise Kreisel gebaut.»

Unfallbilder der Todesstrasse:

Bericht von Tele M1 über die Opfer-Familie:

Die Opferfamilie des Unfalls in Hendschiken auf der Todesstrasse erzählt

Die Opferfamilie des Unfalls in Hendschiken auf der Todesstrasse erzählt