Seon
Grossevakuation weil toter LkW-Fahrer Granaten im Keller bunkerte

Die Aargauer Polizei hat am Montagabend 120 Bewohner der Reussgasse in Seon evakuieren müssen. Der Grund: Im Keller eines Hauses wurden Granaten aus dem 1. Weltkrieg gefunden.

Toni Widmer
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Bombenalarm in Seon
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 Die Einsatzkräfte vor dem Haus. (Bild: Toni Widmer)
 Diese Granate lag im Keller. (Bild: Kantonspolizei Aargau)
 Das Areal wurde abgesperrt. (Bild: Toni Widmer)

Bombenalarm in Seon

Zwei scharfe Infanterie-Granaten aus dem 1. Weltkrieg sorgten am Montag in Seon für einigen Wirbel. Die gefährlichen Sprengkörper waren am Morgen bei einer Hausräumung entdeckt worden. Sie haben offenbar einem Mann gehört, der im ehemaligen Bauernhof an der Reussgasse gewohnt hat und vor zwei Jahren im Alter von über 80 Jahren gestorben ist.

Die Angehörigen der Erbengemeinschaft, welche die beiden Granaten im Keller eines unbewohnten Gebäudeteils fanden, benachrichtigten sofort die Kantonspolizei, welche ihrerseits Spezialisten vom Wissenschaftlichen Fachdienst Zürich und der Armee beizog.

Bewohner mussten in die Turnhalle

Für die Entsorgung der Granaten wurden am späteren Abend die umliegenden Wohnhäuser von der Feuerwehr evakuiert und die Bewohner vorübergehend in die Turnhalle gebracht. Insgesamt waren rund 120 Bewohner davon betroffen.

Laut den Experten waren die rostigen Sprengkörper hochgefährlich und mussten mit der entsprechenden Vorsicht behandelt werden. Die heikle Bergung zog sich bis über den Redaktionsschluss hinaus hin.

Bei einer der Granaten soll es sich um eine französische Fliegermine, bei der anderen um einen niederländischen Sprengkörper gehandelt haben. Woher der Seoner die brisanten Dinger hatte, blieb gestern vorderhand offen. Nachbarn vermuten, dass der ehemals als Chauffeur tätige Mann sie von einer seiner Fahrten aus Deutschland mitgebracht hat.