Fahrwangen

Grosse Uneinigkeit ums Schulhaus – Referendums-Komitee äussert sich erstmals öffentlich

Für rund zehn Millionen Franken will Fahrwangen seine Schulanlagen umbauen.

Für rund zehn Millionen Franken will Fahrwangen seine Schulanlagen umbauen.

Am 29. November stimmen die Fahrwanger an der Urne über das Referendum zum Planungskredit für die Schulhauserweiterung ab. Das Projekt ist umstritten.

Im Sommer 2022 verliert Fahrwangen seine Bezirksschule. Aussenstehenden erscheint es als Glücksfall, dass die Gemeinde den Verlust der Schulstufe mit der Übernahme der Sekundar- und Realschüler aus Meisterschwanden und Sarmenstorf kompensieren kann.

Dies bedarf jedoch einer Anpassung an der Schulanlage. Dafür beantragte der Gemeinderat einen Planungskredit von 360'000 Franken an der Gmeind vom 3. September. Der Kredit wurde mit 80 Ja- zu 14 Nein-Stimmen bewilligt. Dieser Entscheid wird aber in Frage gestellt: Mit 291 Unterschriften kam das Referendum zu Stande, somit kommt das Geschäft am 29. November an die Urne. «Das Referendumskomitee hat uns in die Extraschlaufe geschickt», erklärte Gemeindeammann Patrick Fischer an der Informationsveranstaltung am Donnerstagabend.

Der Gemeinderat liess mehrere Personen für das Projekt sprechen. Neben Gemeindeammann Patrick Fischer, Schulleiter Adrian Hofer und dem für die Finanzen zuständigen Gemeinderat Christian Tschannen sprach auch der Architekt Roland Auf der Maur und informierte die Anwesenden über den geplanten Umbau.

Steuerfuss soll sich trotz Umbau nicht ändern

Die Stimmung in der Mehrzweckhalle war während der anschliessenden Fragerunde angespannt. Erstmals äusserten sich auch Mitglieder des Referendumskomitees öffentlich. Angezweifelt wurde unter anderem die Finanzierung des Grossprojektes: «Es wird sicherlich nicht so einfach sein, wie es dargestellt wurde», sagte ein Votant. Zudem verlangte er, dass die anderen Gemeinden das Projekt, dass sich auf ungefähr 10 Millionen Franken belaufen soll, mitfinanzieren.

Christian Tschannen erklärte in seiner Präsentation, dass es zwar sehr viel Geld sei, «wir können das aber mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 118 Prozent stemmen». Auch das Argument, dass die anderen Gemeinden das Projekt mitfinanzieren sollen, liess der Gemeinderat nicht gelten. «Die Nachbargemeinden haben eine Beteiligung an der Investition ausgeschlossen», sagte Patrick Fischer. Sie würden sich mittels Schulgeld an der Amortisation des Schulhauses beteiligen. Eine weitere Votantin äusserte die Sorge, dass das Schulhaus nach einigen Jahren nicht mehr voll belegt sein könnte: «Was machen wir, wenn sich Meisterschwanden zurückzieht?»

Der Planungshorizont der drei Gemeinden beläuft sich derzeit auf zehn Jahre, wie Patrick Fischer erklärte. Dies war einigen Anwesenden nicht genug: So forderte ein Votant, dass der Vertrag mit den Gemeinden auf dreissig Jahre verlängert werde.

Leerstand kostet jährlich bis zu 500'000 Franken

«Wenn wir das Spiel weitertreiben, haben wir nicht nur unsere Bezirksschule verloren, wir verlieren früher oder später auch noch unsere Sekundar- und Realschule», warnte Fischer während der Fragerunde. Er präsentierte ausserdem nochmals den straffen Zeitplan des Projektes: Im nächsten Jahr soll der Souverän den Baukredit bewilligen, im Frühling 2022 ist voraussichtlich der Spatenstich geplant und im Augst 2023 soll die SeReal Fahrwangen starten. Das hohe Tempo des Gemeinderats sei nötig, denn der Leerstand der Schulliegenschaften kostet die Gemeinde jährlich 400'000 bis 500'000 Franken.

Einige Fahrwangerinnen und Fahrwanger fühlten sich im Vorfeld zu wenig über das Projekt informiert: «Nach dieser Präsentation habe ich das Gefühl, es heisst: Friss oder stirb», sagte eine Votantin. «Wir haben ja gar keine andere Chance, als das Projekt abzunehmen.» Nach über zwei Stunden und unzähligen Voten und einer teilweise sehr emotionalen Diskussion wurde die Veranstaltung für beendet erklärt. Am selben Abend wurde in Meisterschwanden der Schulvertrag mit Fahrwangen genehmigt.

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