Sophie Haemmerli-Marti hat es Christoph Moser angetan. «Ihr Gedichte sind ein Genuss», sagt der frühere Stadtschreiber von Lenzburg. «Sie war aber nicht nur Dichterin, sie war auch Mutter, arbeitete in der Arztpraxis ihres Mannes mit und kämpfte für die Emanzipation.» Die Gedichte seien deshalb oft spät abends und in der Nacht entstanden. «Sie war unglaublich aktiv.»

Auch nach ihrem Tod 1942 hallt vieles davon nach. Sophie Haemmerli-Marti hatte hunderte Kindergedichte verfasst, viele wurden vertont und sind Volkslieder geworden. Sie ist damit eine der wichtigsten Mundart-Schriftstellerinnen der Schweiz. 1966 benannte Lenzburg eine Strasse nach ihr.

2018 rückt nun Sophie Haemmerli-Marti erneut in den Mittelpunkt. Am 18. Februar jährt sich ihr Geburtstag zum 150. Mal. Das Museum Burghalde hat deshalb 2018 zum Jubiläumsjahr ausgerufen und ein Projektteam gegründet. Dazu gehören Burghalde-Präsident Urs F. Meier, Burghalde-Leiterin Christine von Arx und Kulturmanagerin Marianne Horner (Projektleitung). Das Projekt wird von der Burghalde finanziell unterstützt, ist aber vom Museum unabhängig. Derzeit werden weitere Geldgeber gesucht.

Neue Lieder komponiert

Im Jubiläumsjahr sind 14 Veranstaltungen wie Lesungen, Theater und Konzerte geplant. «Als Plattform nutzen wir das kulturelle Angebot, das es bereits in Lenzburg gibt», sagt Marianne Horner. So widmet sich unter anderem das Theaterprojekt der Schule Lenzburg der Dichterin, genauso die Stadtbibliothek, das Aargauer Literaturhaus, die Musikalischen Begegnungen und die Kulturkommission. Alt Stadtschreiber Christoph Moser wird an mehreren Anlässen über Sophie Haemmerli-Marti sprechen. Eingebunden in die Veranstaltungsreihe ist auch Othmarsingen: Hier kam Sophie Haemmerli-Marti als Bauerntochter auf die Welt. In der Mensa der Schule Othmarsingen findet ein Literaturkafi statt. Schüler liefern auf Bestellung Gedichte, Lieder und Theaterszenen an den Tisch.

Das Jubiläumsjahr endet nicht mit der Abschlussfeier Ende Jahr. «Einige Projekte werden nachhallen», sagt Marianne Horner. Unter anderem sind beim Geburtshaus in Othmarsingen und dem Wohnhaus in Lenzburg Stelen geplant, die an die Dichterin erinnern. Nebst weiteren Projekten werden aus Texten drei neue Kinderlieder komponiert.