Es nennt sich «House of Movement» (HoM), hat im Logo einen Löwen und einen Bullen sowie den Schriftzug «South Foot CrossFit». Es ist untergebracht in der ehemaligen Druckerei Kromer am Unteren Haldenweg in Lenzburg.

Nein, ein konventionelles Fitnesscenter ist das HoM nicht. Auch keine Folterkammer für süchtige Bodybuilder. Es ist eine «Box» (siehe Kasten). Der Umgang unter den Trainierenden ist nicht anonym, sondern herzlich. «Man grüsst sich», erklärt Mitbesitzer Roger Guerdi (48) aus Küttigen.

Und er weist auf die grosse Bedeutung der Gruppenkurse hin. Die Community ist wichtig. Zurzeit sind zwei Drittel der 50 Mitglieder Frauen – vielleicht auch, weil im Trainingsraum keine Spiegel herumstehen wie in vielen Fitnesscentern.

Ist das HoM ein moderner Sportverein? Nein, auch das nicht. Es ist letztlich ein Unternehmen, das von drei Herren aufgebaut wird. In der Anfangsphase mit viel Idealismus, aber mit dem Ziel baldmöglichst die Gewinnschwelle zu überschreiten.

Die grösste Crossfit-Box im Aargau (es gibt noch eine in Baden) gehört zu gleichen Teilen dem in Lenzburg aufgewachsenen und in Küttigen wohnenden Businessmann Roger Guerdi (48), dem Lastwagenmechaniker und technischen Kaufmann Marco Vock (28) aus Windisch und dem Polizisten Tobias Dort (32) aus Baden. Alle drei sind gut in Form – aber keine Muskelberge.

«Crossfitter sind keine Bodybuilder», erklärt Guerdi. «Wir wollen durch ständig variierende Übungen den ganzen Körper optimieren.» Es gehe um ganzheitliches Training. Dabei spiele auch die Ernährung eine Rolle. Darum heisst das HoMS mit vollem Namen «House of Movement and a healthy Lifestyle!»

«Die alte Halle passt vom Groove her»

«Wir haben anderthalb Jahre lang eine Location gesucht», erklärt Guerdi. Durch einen Glücksfall seien sie auf den Kromer-Komplex gestossen. In der ehemaligen Druckerei entsteht ein Gewerbehaus.

«Die alte Fabrikhalle passt vom Groove her sehr gut», sagt Guerdi. Bevor die Drucker in diesem Raum waren, diente er Spezialisten, die Seile herstellten – für die Firma, die heute Mammut heisst. Die HoM-Crossfitter haben vorerst 650 Quadratmeter gemietet. Am letzten Wochenende fand die Launch Party statt.

Die Besitzer hoffen, dass die Zahl der Mitglieder kontinuierlich steigen wird. Heute sind es um die 50, es können bis zu 300 werden. Wer seinen Körper möglichst billig stählen will, geht am besten in ein Discount-Fitnesscenter. Crossfitten hat seinen Preis. Vor allem wegen der umfassenden Betreuung. Im HoM kostet das günstigste Jahresabonnement 1000 Franken, das teuerste 2350 Franken – je nach der Anzahl belegter Kurse (mit maximal zehn Teilnehmern).

Theoretisch rund um die Uhr

In einer ersten Phase hat das HoM nur Teilzeit-Angestellte, sogenannte Coaches. Ausserhalb der Gruppenkurse ist es im Wesentlichen eine Selbstbedienungsanlage. Allerdings eine, die rund um die Uhr geöffnet ist. Das, weil Crossfit auch Leute anspricht, die unregelmässig arbeiten. Etwa weil sie in Sicherheits- oder Pflegeberufen tätig sind. Aber nach Mitternacht dürfte es in der Regel weitgehend ruhig sein.

Die Initianten verbindet der Sport. Sie sagen: «Es ist ein Traum, der da in Lenzburg wahr wird.»