Ist ein Gemeinderatsmandat ein Ehrenamt oder ist es ein Job wie jeder andere auch – mit entsprechender Bezahlung? Solange die Meinungen bei dieser Frage auseinandergehen, solange wird die Diskussion nicht verstummen. Das ist auch in Schofise so (Lesen Sie hier.)

Fakt ist: Der Anspruch an die Fachkompetenz eines Gemeinderates und der zeitliche Aufwand, den ein solches Amt mit sich bringt, sind in der Vergangenheit massiv gestiegen und werden weiter zunehmen. Die Zeiten, in welchen eine derartige Verpflichtung so nebenbei in den Abendstunden wahrgenommen werden konnte, gehören längst der Vergangenheit an.

Fakt ist auch: Gemeinderat ist kein Nine-to-five-Job. Zu den Aufgaben hinzu kommen Repräsentationsverpflichtungen im eigenen Ort und bei Anlässen in den Nachbargemeinden. Diese Events fallen nicht selten in die Abendstunden oder auf das Wochenende. Dafür gibt es keine Überstunden- oder Nachtzuschläge.

Ein Gemeinderat ist nicht gratis zu haben. Doch ist auch bei den Behörden ein gewisses Augenmass angezeigt.

Das ist in Schofise nicht anders: Hier wollte man den Paradigmenwechsel zu sehr forcieren und hat sich vor Jahresfrist vielleicht etwas voreilig von den konkreten Empfehlungen der Gemeindeammännervereinigung verleiten lassen, wonach Gemeindebehörden mehr verdienen sollten. Der Souverän hat das nicht goutiert und der beantragten 50-prozentigen Lohnerhöhung im Sommer 2017 eine deutliche Abfuhr erteilt.

Für all jene, die den Gemeinderat heute noch in die Ecke der Ehrenämter stellen, waren auch die an der Wintergmeind bewilligten gut 18 Prozent Lohnsteigerung immer noch zuviel. Mit dem Referendum wollen sie diesen Beschluss nun rückgängig machen.

Die Stimmberechtigten in Schafisheim müssen am 4. März entscheiden: Ist eine Gemeindebehörde für sie immer noch ein Ehrenamt, das halb gratis ausgeführt werden soll? Oder ist es ein Job, der entsprechend entschädigt werden sollte?

Kontakt: ruth.steiner@azmedien.ch