Greenpaece kündigte an, solange zu bleiben, bis die Firma Mammut auf ihre Forderung eingehe. Doch um kurz nach 18 Uhr am Mittwochabend teilte die Umweltorganisation mit, die Aktion werde vorerst beendet. «Sie sehen ihre Botschaft überbracht: Greenpeace und Mammut sind derzeit dabei, ein Gespräch darüber zu vereinbaren», hielt die Umweltorganisation fest.

Aktion begann in der Nacht

5 Aktivisten aus sechs Ländern haben in der Nacht auf Mittwoch an der Fassade des Mammut-Hauptsitzes in Seon ein Biwak angebracht. Hintergrund der Aktion ist der Vorwurf von Greenpeace, dass Mammut trotz Gesprächen und Protesten der Outdoor-Gemeinde weltweit nach wie vor auf PFC setzt. «Diese schädlichen, in der Natur kaum abbaubaren Substanzen passen nicht zu einem Konzern, der nach eigenen Angaben von und für die Natur lebt», hält Greenpeace fest. Die Umweltorganisation ruft Mammut dazu auf, PFC vollständig aus der Produktion zu verbannen und die Detox-Verpflichtung von Greenpeace umzusetzen.

Die Aktivisten haben an der Fassade einen Verhandlungstisch montiert und Mammut eingeladen, dort gemeinsam eine Lösung zu finden und eine Vereinbarung zu unterzeichnen. PFC macht Outdoor-Kleider wasserundurchlässig. Die Substanzen sind aber schädlich, denn sie sind in der Natur kaum abbaubar. Mehr als 200 Wissenschaftler fordern, PFC aus der Produktion von Konsumgütern zu verbannen. «Zwischen Mammut und der Natur stimmt die Chemie nicht», so Julia Bangerter, Leiterin der Kampagne.

Mammut anerkennt Probleme

Fabian Erhard, Mediensprecher von Mammut, sagt auf Anfrage der az, am Mittwoch habe ein Gespräch mit Greenpeace stattgefunden. Dies aber nicht am Verhandlungstisch an der Fassade, sondern im Gebäudeinneren. Mammut anerkennt in einer Stellungnahme auf ihrer Webseite die Schwierigkeiten mit PFC, erklärt aber, dass man momentan keine Alternative sehe.

Die Firma bezeichnet den heutigen Einsatz des heiklen Stoffes als verantwortungsvoll. «Da uns bis heute keine Alternative bekannt ist, die unseren hohen Anforderungen gerecht wird, und noch zu viele offene Fragen im Raum stehen, sind wir heute nicht in der Lage, die Maximalforderung von Greenpeace vollumfänglich zu erfüllen», hält die Firma fest.

Greenpeace-AktivistInnen besuchen Mammut Teil 1

Greenpeace-AktivistInnen besuchen Mammut

135'000 Personen haben die Petition an Mammut unterzeichnet und sie aufgefordert, auf PFCs in der Produktion zu verzichten. Greenpeace-AktivistInnen besuchen Mammut am Hauptquartier, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen.

Die Protest-Aktion kam für Mediensprecher Erhard nicht wirklich überraschend: «Sie war wie immer die logische Konsequenz, wenn ein Unternehmen nicht schnell genug auf eine Forderung von Greenpeace reagiert.» Dennoch hat Mammut eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs eingereicht.

Dies aus Sicherheitsgründen, weil das Abseilen am Firmengebäude gefährlich sei. Trotz der spektakulären Aktion und der Anzeige bleibt die Polizei gelassen. Mediensprecher Bernhard Graser sagt, «wir werden nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen». Heruntergeholt werden die Aktivisten also nicht.

Mammut-Sprecher Erhard hält fest, es sei den Aktivisten selbst überlassen, ob sie noch eine Nacht bleiben wollen. Diese haben im Biwak Kuchen gebacken und Kaffee gekocht und angekündigt, sie wollten in luftiger Höhe an der Mammut-Fassade übernachten. Am Mittwochabend war dann aber Schluss.