So viel ist bereits heute klar: Auch beim Stück «Ueli de Pächter 2020», das in zwei Jahren auf dem Staufberg auf die Bühne kommt, soll viel zeitgenössischer Geist in die Interpretation des Gotthelf-Klassikers fliessen.

Nachdem das Freilichttheater Staufberg für die etwas eigenwillige Umsetzung des Romans «Ueli de Chnächt 2016» vor zwei Jahren vom Publikum viel Lob erntete, will man nun bei der kommenden Aufführung das Erfolgskonzept der ersten Produktion wiederholen: Zum einen wird die Romanvorlage aus dem Jahr 1849 umgesetzt, gleichzeitig findet im Stück eine zweite Handlung statt, die in der Gegenwart spielt. Zunehmend wird offensichtlich, dass sich die soziokulturellen Themen der beiden Welten kaum voneinander unterscheiden. Dass das Freilichttheater wiederum eine eigene Interpretation der Geschichte verfolgt, äussert sich auch dieses Mal bereits im Titel des Theaterstücks: «Ueli de Pächter 2020». Die Jahreszahl als Zusatz steht dabei für den zeitgenössischen Teil der Aufführung.

Arbeiten in vollem Gang

Auch wenn Markus Moser, Vereinspräsident des Freilichttheaters Staufberg, beim Gespräch noch im Bildband mit den Erinnerungen an die 2016er-Produktion blättert, sind die Arbeiten für «Ueli de Pächter 2020» bereits in vollem Gang. Schon jetzt ist Moser voller Vorfreude: Von den fast 70 Akteuren der letzten Produktion seien praktisch alle wieder dabei, erzählt er. «Vor zwei Jahren durften wir auf eine Truppe zählen, die mit grosser Leidenschaft bei der Sache war. Dabei ist ein beispielloser Zusammenhalt entstanden.» Moser ist überzeugt, dass «normalerweise viel Geld nötig ist, um so viele Leute für eine gemeinsame Sache zu bewegen».

Der Spirit der Laientruppe scheint ungebrochen, wie Markus Moser erzählt. Die wiederkehrenden Rollen würden bei «Ueli de Pächter 2020» mit denselben Personen besetzt wie bereits in der Umsetzung von Ueli de Chnächt vor zwei Jahren. Für die Suche nach neuen Akteuren, beispielsweise den Wirt und den Müller, soll laut Moser ein «kleines Casting» durchgeführt werden.

Auf bewährte Kräfte setzen

Zur Geschichte: Gotthelfs Ueli erfährt als Pächter in seinem bäuerlichen Umkreis zwar leidvoll die Charakterlosigkeit von Menschen, in der Not darf er jedoch auf ihm gut gesinnte Helfer zählen. In welcher Form Leid und Freud dem modernen Ueli widerfahren werden, kann Markus Moser noch nicht genau sagen. Er verrät einzig, dass dieser Teil der Story im Finanzwesen stattfinden könnte.

Autor und Regisseur von «Ueli de Pächter 2020» in Personalunion ist Peter Locher, die musikalische Leitung wird Urs Erdin verantworten. Auch sie sind dem Staufberg-Publikum bestens bekannt. Mit beiden Fachspezialisten hat das Freilichttheater bereits bei früheren Inszenierungen erfolgreich zusammengearbeitet. Zuletzt bei «Ueli de Chnächt 2016». Locher und Erdin hätten den Akteuren die Rollen jeweils auf den Leib geschrieben und sie bestens auf die Auftritte vorbereitet, erklärt Moser. Vereinspräsident Markus Moser wird wiederum die Produktionsleitung übernehmen und hofft, «auch dieses Mal eine kleinere Rolle ergattern zu können». Der Spielort auf dem Staufberg sei einzigartig, ebenso das Gefühl, auf der Bühne zu stehen und vor dem Publikum spielen zu dürfen, sagt er und schmunzelt.

Kulinarisch will man sich auf dem Staufberg auch bei der kommenden Freilichtaufführung themennah geben. Wer jetzt an heissen Beinschinken oder an eine ordentliche Portion Merängge denkt, liegt sicher nicht falsch.