Seengen

Gnadenfrist für die Blutbuche: Baugesuch wird nochmals aufgelegt

Soll einer Überbauung weichen: Die Blutbuche von Seengen.

Soll einer Überbauung weichen: Die Blutbuche von Seengen.

Im Tal der Aprikosen ist man neuerdings bei Baugesuchen besonders vorsichtig: Das gilt auch für den Fall der Parzelle mit der geschützten Blutbuche in Seengen. Dem 120-jährigen Baum, der einer vier Einfamilienhäusern weichen soll. Das Baugesuch lag bis am Montag auf. Neben einer Sammeleinsprache mit 218 Unterschriften meldeten auch der Landschaftsschutzverband Hallwilersee (LSVH) und Birdlife Aargau ihre Bedenken mittels Einwendungen an.

Es könnten noch mehr werden: Ab heute liegt das identische Baugesuch ein zweites Mal auf (bis 14. September). Allerdings wird in der Ausschreibung, die gestern im Amtsblatt des Kantons publiziert worden ist, neu explizit «Beseitigung geschützter Einzelbaum Nr 3.5.141 ‹Ghei› mit Ersatzpflanzung» geschrieben. Das war in der Publikation «Lenzburger Bezirks-Anzeiger» vom 9. Juli noch nicht der Fall.   

Es wird nicht nachträglich ein Fehler ausgebügelt, sondern die Publikation im Amtsblatt ist eine Vorsichtsmassnahme in einem rechtlich äusserst unklaren Fall. Denn die betroffene Parzelle (und damit der Baum) liegt im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler  von nationaler Bedeutung (BLN 1303 Hallwilersee). Wie stark sich das Inventar auf bestehende Wohnzonen auswirkt, ist umstritten. Die neuerliche Auflage erfolgt im Einverständnis mit dem Bauherrn. Sie führt primär dazu, dass sich das Verfahren um einen weiteren Monat verlängert – und ebenso das Leben des Baums, für dessen Rettung so viele kämpfen. (uhg)

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